Leichtathletik Schöne Zufälle

fri/iz

Es scheint eine Tradition zu sein, dass Mitglieder des Vereins Leichtathletik Sonneberg e. V. – gleichzeitig Schüler am Hermann-Pistor-Gymnasium – mit dem Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis geehrt werden.

Obwohl der Verein Leichtathletik Sonneberg e. V. noch recht jung ist und in diesem Jahr auf sein 15-jähriges Bestehen zurückblickt, wurden bereits drei junge Leichtathleten mit dem Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis geehrt – allesamt Absolventen des Gymnasiums „Hermann Pistor“, mit dem nicht nur zwischen dem Verein und dem Gymnasium mehrere Kooperationsverträge „Schule/Sportverein“ bestehen, sondern in Zusammenwirken mit dem Gymnasium schon seit 2007 regelmäßig der Hermann-Pistor-Lauf organisiert. Bereits 2014 wurde Felix Eisermann mit dem Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis geehrt. Felix überzeugte die Jury damals nicht nur mit sportlichen, sondern auch mit sehr guten schulischen Leistungen – ein Hauptkriterium bei der Preisvergabe. Ein weiteres Kriterium ist auch das Engagement im Ehrenamt – beispielsweise im Verein oder in der Schule. Und Felix war nicht nur ein erstklassiger Kurzsprinter, der bis in die U20 oft auf dem Siegertreppchen stand, sondern absolvierte auch 2015 seinen C-Trainer-Schein in der Leichtathletik und trat nicht nur bei den heimischen Wettkämpfen, sondern auch auf Landesebene beim Thüringer Leichtathletikverband, als Kampfrichter an der elektronischen Zeitmessanlage auf. Weiterhin betreute er zeitweise die Trainingsgruppe im Grundlagenbereich als Übungsleiter und bei Wettkämpfen.

2019 folgte ihm Alexandra Happ mit der Ehrung des Pierre-de-Coubertin-Schülerpreises. „Alex“ – wie sie ihre Freunde nennen – war bereits zu diesem Zeitpunkt langjährig eine sehr hilfreiche Unterstützung der Übungsleiterin Tatjana Michelis bei den kleinsten Leichtathleten im Verein. Neben ihrem Training, der Teilnahme an Leichtathletikwettkämpfen, dem Engagement als Helferin bei Wettkampfveranstaltungen wie Frühjahrscrosslauf, Sportfest, Mini-Sportabzeichen, dem Sonneberger Spielzeuglauf und dem Hermann-Pistor-Lauf beteiligte sie auch am Gymnasium aktiv am Schulleben.

Katin Nimz, Vorsitzende und langjährige Trainerin des Vereins, durfte sich in diesem Jahr erneut freuen. Durfte doch sie auf Anfrage des Gymnasiums „eine meiner besten Trainingskinder“ für den Coubertin-Schülerpreis 2022 vorschlagen: Dara Klotz ist seit 2014 Mitglied im Verein. „Ich durfte nicht nur die sportliche Entwicklung von ihr miterleben, sondern auch das soziale Engagement, das insbesondere die Persönlichkeit von Dara hervorhebt.“ Schon frühzeitig musste man Dara nicht um Unterstützung als Helfer bei kleineren Sportveranstaltungen bitten, sondern „sie war die Erste, die fragte, ob Hilfe gebraucht wird. Daneben vernachlässigte sie weder ihre sportlichen, noch die schulischen Ziele. Diese hatte sie immer vor Augen, aber auch immer Zeit für den Verein“, weiß Nimz und ergänzt. „Sie war immer da, wenn es darum ging, die Leichtathletikfamilie zu unterstützen und damit zu stärken.“

Hervorheben möchte Nimz vor allem jene sportlichen Leistungen Daras – „die eigentlich nicht allzu beliebte Disziplin Gehen, die sie bei Landesmeisterschaften bis auf das Siegerpodest brachte“. Doch diese Sportart verlangt sehr viel Zeit und sportlichen Fleiß ab, gibt die Vereinschefin zu bedenken. „Dara – und das hat in meinen Augen immer wieder Priorität – entschied sich dafür, den Fokus auf einen sehr guten Schulabschluss am Gymnasium zu legen, um ihrem Studienwunsch nachkommen zu können.“ Dara fand neben der Schule und ihrem weiteren Engagement an der Schule trotzdem immer noch die Zeit, zum Training zu kommen, selbst eine Trainingsgruppe in der Kinder-Leichtathletik aufzubauen und zu führen und bei jeder Sportveranstaltung mitzuhelfen.

Dara selbst ist auch überrascht von der neuerlichen Ehrung und blickt zurück: „Als ich damals dem Verein beigetreten bin, hätte ich niemals gedacht, dass dieser ein so großer Teil meines Lebens wird. Ich ging wöchentlich zum Training, absolvierte zahlreiche Wettkämpfe und half bei jeder Veranstaltung. Doch je älter ich wurde, desto mehr realisierte ich, was all dies für mich bedeutet. Denn durch die Leichtathletik habe ich so tolle Menschen kennengelernt, welche ich heute zu meinen besten Freunden zähle.“ Sie, Dara, hätte sportliche Leistungen erzielt, von denen sie als Kind geträumt habe. Und ich hätte Erfahrungen und Erinnerungen gesammelt, die ihr keiner mehr nehmen könne, ergänzt die 2022er Preisträgerin und gibt das Lob gerne zurück: „Allerdings gibt es eine Person, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. Kati Nimz. Seit meinem allerersten Training steht diese Frau an meiner Seite. Kati brachte mir alles bei, was man in der Leichtathletik können, aber auch wissen muss und dafür danke ich ihr wirklich sehr.“

Verbindung zum Verein besteht weiter

Auch Felix und Alex sind seit 2009, aber auch heute noch Mitglieder im Verein und unterstützen diesen bei Sportveranstaltungen tatkräftig – als Kampfrichter oder Betreuer der Kindermannschaften. Obwohl Sonneberg nicht mehr der vorrangige Wohnort beider ist. Doch die Verbindung zum Verein besteht immer noch. Und das sei genau das, was die Arbeit von einem Verein und Trainer ausmache, bestätigen beide unisono. Für Trainerin Nimz ist es darum besonders wichtig, dass der Umgang mit den Kindern und Jugendlichen im Vereinsleben so gestaltet werde, dass „für den Verein eine Nachhaltigkeit entsteht, indem die Jugendlichen nach Beendigung der Schule und dem Eintreten ins Berufs- oder Studienleben nicht dem Verein den Rücken kehren, sondern sich – auch wenn es sportlich nicht mehr möglich ist – ehrenamtlich engagieren und den Verein damit stärken.“

Und dieses Preisträger-Trio verkörpere genau diese Philosophie. „Ich möchte mich – auch im Namen des Vorstandes bei unseren drei Sportlern für ihr bisheriges und weiteres Engagement für den Verein bedanken und hoffe, dass sie uns auch in den nächsten Jahren weiter unterstützen werden.“ Die Vorstandsvorsitzende macht aber auch anderen Leichtathleten Mut, sich ebenfalls sich auf einer der kommenden Ehrungslisten für den Coubertin-Schülerpreis eingetragen zu sehen. Dabei sei zu beachten: „Es müssen nicht unbedingt nur Gymnasiasten mit dem Schülerpreis geehrt werden ...“

 

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