Leichtathletik Einer der Schnellsten ist tot

Wolfgang Tanner (1936-2022). Foto: Thomas Klemm

Die Leichtathletik trauert um Wolfgang Tanner. Der Schmalkalder war einer der schnellsten Männer Südthüringens.

Einer der schnellsten Männer, den die Südthüringer Leichtathletik je hervorgebracht hat, ist tot: Der Schmalkalder Leichtathletikverein und die Leichtathleten in ganz Südthüringen trauern um Wolfgang Tanner. Er starb vor wenigen Tagen im Alter von 85 Jahren in Schmalkalden.

Wolfgang Tanner war Mitbegründer des Schmalkalder Leichtathletikvereins und seit seiner Jugend begeisterter Leichtathlet. „Von Kindesbeinen an habe ich Sport getrieben, von Anfang an bei den Leichtathleten“, erzählte er unserer Redaktion voriges Jahr anlässlich seines 85. Geburtstags. Seine sportlichen Erfolge brachten Tanner bis in die Nationalmannschaft der DDR.

Schon in seiner Jugendphase beeindruckte er vor allem als Sprinter und Weitspringer. Bei den Ausscheidungswettkämpfen zur Leichtathletik-Europameisterschaft 1958 beispielsweise sprang der Schmalkalder 7,11 Meter und belegte damit den zweiten Platz. Seine Bestmarke lag bei 7,74 Metern. Die 100 Meter bewältigte Tanner im Jahr 1961 in 10,6 Sekunden. Damit ist der Schmalkalder bis heute einer der schnellsten Sprinter Südthüringens.

Den Südthüringer Rekord über 100 Meter hält mit 10,4 Sekunden Volker Löffler. Die Zeit lief der gebürtige Oberlinder 1962. Ein Jahr zuvor gewann Löffler mit der 4x400-m-Staffel des SC DHfK den DDR-Meister-Titel. 1964 folgte der Höhepunkt: Der Oberlinder nahm mit der DDR-Staffel über die 4x100 Meter an den Olympischen Spielen in Tokio teil. Sie erreichte das Halbfinale. Im selben Jahr holte sich Löffler seine zweite Medaille bei nationalen Meisterschaften.

Duell gegen Armin Hary

Wolfgang Tanner gewann mit der BSG Motor Schmalkalden mehrere Male die DDR-Mannschaftsmeisterschaften. Ein besonderes Erlebnis bewegte ihn bis zuletzt. Zur Eröffnung des Leipziger Zentralstadions im August 1956 trat er im Vorlauf des 100-Meter-Sprints gegen den späteren Olympiasieger Armin Hary an.

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