Leichtathletik Der Familienrekord ist geknackt

Finn Friedrich vom WSSV Suhl 1990 im Erfurter Steigerwaldstadion. Foto: Theo Schwabe/Theo Schwabe

Der Sohn überspringt den Vater: Hochspringer Finn Friedrich aus Suhl hat den Familienrekord von Vater Andreas um einen Zentimeter überboten. Mit der neuen persönlichen Bestleistung löst er gleichzeitig das Ticket für die Deutschen U18-Jugendmeisterschaften.

Erfurt - Hochspringer Finn Friedrich hat es geschafft: Beim Abendsportfest des Erfurter LAC im Steigerwaldstadion übersprang der 17-jährige Nachwuchs-Leichtathlet vom WSSV Suhl 1,95 Meter. Mit dieser neuen persönlichen Bestleistung knackte er nicht nur die Norm für die Deutschen U18-Jugendmeisterschaften in Rostock (30. Juli bis 1. August), sondern auch den eigenen Familienrekord. „Freies Wort“ sprach mit dem Suhler Athleten vom Jenaer Sportgymnasium.

Herr Friedrich, Gratulation für die neue Bestleistung!

Danke. Die war eigentlich längst fällig. Bereits in der letzten Saison versuchte ich mich mehrfach an der Höhe von 1,95 Meter, wollte ich mich doch schon 2020 für die U18-Meisterschaften in Heilbronn qualifizieren.

Warum klappte es erst jetzt?

Mit meinem Wechsel von Suhl ans Sportgymnasium nach Jena verbesserten sich ganz erheblich meine Trainingsbedingungen. Rico May, ein sehr erfahrener Trainer, nahm mich sofort unter seine Fittiche und ich konnte in kürzester Zeit meine Grundschnelligkeit und Sprungkraft verbessern. Aber auch an der Technik wurde viel gefeilt. So, dass ich bereits beim Dresdner Sprungmeeting meine bisherige Freiluftbestleistung von 1,86 auf 1,90 Meter steigern konnte.

Hat es Sie da geärgert, dass Sie nicht wie Cedric Spieß (Erfurter LAC) die Norm von 1,95 bewältigt haben?

Eigentlich nicht. Ich spürte aber, dass das Training zu fruchten beginnt, auch wenn ich durch Corona nur jede zweite Woche in Jena trainieren konnte. Trotzdem zahlte sich das systematische Training der Lattenüberquerung schon einmal aus und ich kam der Familien-Rekordmarke meines Vaters Andreas von 1,94 Meter schon sehr nahe.

Es gab nach Dresden dann noch einen weiteren Anlauf beim Springermeeting in Chemnitz.

Ja. Doch bei regnerischem Wetter übersprang ich nur 1,85 Meter, feierte aber endlich einen Erfolg über meinen Dauerrivalen Cedric Spieß, der nur 1,80 Meter schaffte.

Was hatten Sie vor Ihrem Rekordsprung jetzt für ein Gefühl?

Beim Aufwärmen hatte ich noch sehr schwere Beine; ich war bereits ab 7 Uhr auf den Beinen. Dass es dann beim Wettkampf sehr windig war, ließ mich schon ein wenig an einer möglichen Bestleistung zweifeln. Doch beim Einspringen spürte ich plötzlich, heute kann es etwas werden, die Norm für die deutsche Meisterschaft und auch den Familienrekord zu knacken.

Sie ließen dann die Latte sogar auf 1,98 Meter legen. War da nicht die Luft bereits raus?

Nicht ganz. Die Sprünge sahen noch ganz gut aus und ich hätte mich schon über die nochmalige Steigerung gefreut. Jetzt plane ich von Woche zu Woche, um mich für die Deutsche Meisterschaft weiter in Schwung zu bringen.

In Chemnitz starteten Sie auch im Weitsprung. Wollen Sie in Zukunft eventuell gar auf zwei Hochzeiten tanzen?

Nein. Mit 6,42 Meter verfehlte ich meine persönliche Bestleistung zwar nur um einen Zentimeter. Mir ging es aber einfach darum, meine Sprungkraft zu testen.

Wie kamen Sie überhaupt zur Leichtathletik?

Natürlich durch meine Eltern, die leidenschaftliche Leichtathleten waren – und noch sind. Angesichts dieser Familientradition hatte ich wohl gar keine Alternative, mich einer anderen Sportart zu widmen. Da sich nun auch Erfolge einstellen, habe ich wohl die richtige Entscheidung getroffen.

Interview: Theo Schwabe

 

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