Ludwig Duncker fallen aber vor allem viele positiven Eigenschaften des Sammelns ein: „Eigentlich gleicht keine Sammlung der anderen. Kinder entwickeln ihre eigenen Systeme, nach denen sie ordnen und kategorisieren. Und sie werden zu richtigen Experten in ihrem Themengebiet.“ Wenn mit anderen Kindern getauscht wird, bilden sich eigene Wertvorstellungen und Strategien heraus, wie man mit anderen ins Geschäft kommen kann.
Wie Eltern die kleinen Sammler sanft bremsen können
Grenzenlos unterstützen brauchen Eltern einen Sammeltrieb trotzdem nicht. „Es ist eine wichtige Erziehungsarbeit den Kindern klar zu machen, wie viel Geld das kostet“, sagt Erziehungswissenschaftler Duncker. Dann kann man beispielsweise vereinbaren, dass eine Sammlung dann abgeschlossen wird, wenn keine Stifte mehr ins Mäppchen passen, ein Regalbrett vollsteht mit Plastikpferden oder keine Karte mehr ins Fußballalbum passt.
Eins aber hält Ludwig Duncker für Tabu: die Sammelleidenschaft eines Kindes als Quatsch abzutun oder eine Sammlung gar ungefragt einfach wegzuwerfen. „Jede Sammlung hat eine sehr individuelle Prägung und stellt für die Kinder einen großen Wert dar.“ Egal, ob es sich dabei um Tierkopfstifte oder um Tierknochen handelt.