Nach Angaben des Bundesverbands Ei, der die Eierwirtschaft in Deutschland vertritt, sind die Folgen von Newcastle Disease und Vogelgrippe in den Ställen deutlich spürbar. Durch die Seuchen habe man hierzulande bisher ungefähr vier Prozent der Legehennen verloren, sagte Verbandschef Hans-Peter Goldnick. Das sei angesichts der hohen Nachfrage eine entscheidende Größe.
Kann Deutschland seinen Eierbedarf decken?
Nein. Insgesamt wurden vergangenes Jahr 15,3 Milliarden Konsumeier erzeugt, etwas mehr als 2024 (15,2 Milliarden). Der Inlandsbedarf konnte damit nur zu 72 Prozent mit heimischer Ware gedeckt werden. Der Selbstversorgungsgrad ging bereits das vierte Jahr in Folge zurück. Um die hohe Nachfrage zu bedienen, muss Deutschland mehr als ein Viertel des Bedarfs importieren. Wichtigstes Lieferland für Schaleneier sind die Niederlande mit einem Anteil von 69 Prozent, gefolgt von Polen mit knapp 16 Prozent.
Wie entwickeln sich die Preise?
Verbraucher in Deutschland mussten für Eier zuletzt - wie für viele andere Lebensmittel auch - deutlich mehr bezahlen: Im Februar waren Eier nach Angaben des Statistischem Bundesamts im Schnitt 14,5 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Auch die Großmarktpreise liegen dem Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel (MEG) zufolge auf einem sehr hohen Niveau.
Die jüngste Knappheit dürften die Kunden von Discountern und Supermärkten aber nicht unmittelbar im Geldbeutel spüren. Der Lebensmitteleinzelhandel habe feste Jahresverträge mit den Produzenten, sagte MEG-Expertin Margit Beck. Es gebe keine Veranlassung, vor Ostern an der Preisschraube zu drehen.
Auch Eier-Verbandschefs Goldnick rechnete nicht damit, dass der derzeitige Engpass kurzfristig zu weiteren Preiserhöhungen führen wird. Im Spätsommer verhandeln Produzenten und Lebensmittelhandel demnach aber über neue Lieferverträge. Goldnick ging davon aus, dass angesichts der Lage viele dort auch höhere Preise einfordern werden.