Lauschas Aprilscherz Große Ehrung für einen Fußballer

Doris Hein

Jede größere Stadt hat eine Arena, nicht nur für Kulturveranstaltungen, sondern vor allem für ihren heimischen Fußballverein. Jetzt hat auch Lauscha endlich nachgezogen.

Eine Nachricht aus dem Rathaus der Glasstadt dürfte die Herzen aller sportsportbegeisterten Lauschaer höherschlagen lassen. Bekanntlich hat die Stadt bereits 2018 ihre Schanze im Marktiegel zu Ehren des einstigen Bundestrainers im Skisprung in „Reinhard-Heß-Schanze“ umbenannt. Nun soll einem ebenso Engagierten im Bereich des Fußballs ähnliche Ehre widerfahren.

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Angefangen hat alles mit einer Beschwerde seiner Ehefrau Carolin im Rathaus. Was sich da anbahnte, war gewissermaßen ein Eifersuchtsdrama, denn sie spiele, so ihre eigene Aussage, bei ihrem Mann leider nur die zweite Geige.

Seine ganz große Liebe, das müsse man doch auch im Rathaus gemerkt haben, gelte dem Tierbergsportplatz. Schon als Kind hat er dort mit großer Begeisterung dem runden Leder nachgejagt. Und auch wenn er verletzungsbedingt selbst nicht mehr als Fußballer aktiv sein kann, ist er es doch als „Big Boss“ bei der SG Lauscha/Neuhaus, wo er neben seiner Funktion als Vorstand und Abteilungsleiter auch die D-Junioren trainiert.

Natürlich sei die enge Verbindung zwischen Fußballer und Sportplatz auch im Rathaus nicht unbemerkt geblieben, bestätigte Bürgermeister Christian Müller-Deck. Schließlich ist Jens Leutbecher als Platzwart mit einem Vertrag als geringfügig Beschäftigter für die Stadt tätig. Und in eben dieser Funktion kümmert er sich nicht nur in seiner Arbeitszeit, sondern weit darüber hinaus in jeder freien Minute um den Platz.

Deshalb habe man sich überlegt, so das Stadtoberhaupt, wie man so viel Engagement gebührend würdigen könne. Nachdem bereits vier verdienten Streitern für den Glasbläserort – Eberhard Robke, Gerhard Bürger, Reinhard Heß und Lore Mikolajczyk – die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde, sei eine solche Würdigung in diesem Fall nicht adäquat. Stattdessen kam die Idee auf, passenderweise den Tierbergsportplatz dem engagierten Fußballtrainer zu widmen. Mit Wirkung vom heutigen Mittwoch trägt der Platz deshalb den Namen „Jens-Leutbecher-Arena“. Herzlichen Glückwunsch, Jens!

Aufgrund des erneuten Wintereinbruchs ist momentan keine große Party zur feierlichen Einweihung der Arena auf dem Tierberg möglich. Aber ein Freibier soll’s zum Anstoßen auf den neuen Namensgeber des Platzes geben, heißt es aus dem Rathaus.

Und natürlich freut sich der so Geehrte schon jetzt, in „seiner“ Jens-Leutbecher-Arena auch neue Fans für den Fußball begrüßen zu können.

Update: Mit diesem Aprilscherz dürfte keinem ein bleibender Schaden am Geschmacksnerv entstanden sein. Im „Reiterlein“ hatte die Redaktion über einen Aktionstag der hiesigen Grillmeister informiert, wonach am 1. April die „Bratwurst Hawaii“ zu haben wäre. Da sich den ganzen Mittwoch über kein Brater am Beschwerdetelefon einwählte, muss man wohl davon ausgehen, dass die Sonneberger die Wurst-Ananas-Komposition vom Rost einfach betroffen ignoriert haben.

Auch die Hotline im Astronomiemuseum der Sternwarte blieb still. Die Einrichtung hatte bekannt gegeben, dass am 1. April ein Landeplatz für Raumschiffe in Neufang freigegeben wird. Online war das zwar ein Klick-Bringer – doch echte Kundschaft soll dem Vernehmen nach noch nicht gelandet sein in der Sternwartenstraße. Das künstlich animierte Bild der UFO-Stellfläche am Erbisbühl mag etwaig Erkundungsinteresse bei Captain Kirk und Mr. Spock geweckt haben, doch womöglich sind der Sternenflotte die Parkgebühren in Südthüringen im Moment noch zu hoch.

Eine dritte Lachnummer zum Monatsbeginn machte derweil Lauschas Stadtchef zur Chefsache. Auch wenn sich bestimmt der eine oder andere Leser über die am 1. April auf Seite 14 verkündete Umbenennung des Lauschaer Tierbergsportplatzes in Jens-Leutbecher-Arena gefreut haben mag – es war nur ein Scherz, den sich die Redaktion gemeinsam mit Bürgermeister Christian Müller-Deck erlaubt hat.

Lob und Hochachtung für sein Engagement sowohl für den Platz als auch für die Fußballer, die dort trainieren, hat sich Leutbecher aber allemal verdient, betont Müller-Deck. Deshalb wird er auch beim nächsten Heimspiel der SG Lauscha/Neuhaus auf dem Tierberg am Samstag, 11. April, 13 Uhr, tatsächlich ein Fässchen Freibier spendieren.