Hilfe in Lauscha Familie lässt sich nach Brand nicht unterkriegen

Doris Hein

Unlängst hat ein Feuer ihr Zuhause zerstört. Doch Daniela und Bruno Fröhlich lassen sich nicht entmutigen, auch dank der Hilfe vieler guter Freunde.

Der Schock sitzt tief, als am Freitag, 7. Februar, gegen 10 Uhr ihre Nachbarin bei Daniela Fröhlich auf der Arbeit anruft und ihr, selbst völlig aufgelöst, mitteilt: „Bei euch brennt es!“ Dabei hatte die Glasbläserin eigentlich gedacht, das neue Jahr sei ein besonders Gutes für sie und ihren Sohn Bruno. Schließlich hatte sie nach zwölf Jahren Selbstständigkeit unter dem Namen „Fröhliche Glasträume“ zum 1. Januar gerade eine Festanstellung im Glaszentrum unweit ihrer Wohnung bekommen.

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Im Eilzugtempo macht sie sich auf den Weg nach Hause, voller Sorgen um den 29-jährigen Sohn und die Schwiegereltern, die eigentlich im brennenden Haus sein müssten. Wie es ihnen wohl geht? Sind alle heil herausgekommen? Wie schlimm ist der Brand? Die Gedanken überschlagen sich in ihrem Kopf...

Vor Ort stellt sie erleichtert fest: Ihr Sohn hat seine Großeltern Gitta und Peter aus dem Haus geholt und die Feuerwehr alarmiert. „Es klang, als ob eine Schneelawine vom Dach käme, das Geräusch war aber viel lauter und dauerte auch länger an“, erzählt Bruno später. „Und dann legte der Rauchmelder los...“. Der 29-Jährige lief so, wie er war, barfuß los, den Großeltern Bescheid zu geben. Dann holte er Badelatschen und den Feuerlöscher aus Danielas Werkstatt und lief wieder nach oben in die Wohnung, um zu retten, was noch zu retten wäre. Doch dort musste er feststellen, dass er alleine so nichts ausrichten konnte. Also alarmierte er umgehend die Feuerwehr und schaute sich nach den Großeltern um. Oma Gitta hatte es nach draußen geschafft. Opa Peter war in seiner Verwirrung wieder nach drinnen gegangen, sodass ihn Bruno dort wieder abholte...

Die Nachbarn versorgten Bruno angesichts der winterlichen Temperaturen zunächst mit wärmenden Anziehsachen. Dann kamen er und die Großeltern wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung nach Sonneberg ins Krankenhaus, das der Enkel allerdings schon wenige Stunden später wieder verlassen durfte. Am Wohnhaus in Lauscha waren derweil zahlreiche Feuerwehren aus dem Landkreis im Einsatz. Da das Gebäude quasi in zweiter Reihe zwischen Ortsdurchfahrt und Berghang steht, war für die Einsatzfahrzeuge keine Herankommen über den schmalen Weg hinter einer 90 Grad-Kurve. Schlauchleitungen mussten gelegt werden. Atemschutzgeräteträger kämpften sich durchs Hausinnere, um des Brandes Herr zu werden. Bergwacht und DRK waren ebenfalls vor Ort.

Mittlerweile wohnen Daniela und Bruno bei einer Freundin der Mutter. Gitta und Peter haben für die ersten beiden Wochen in einer Ferienwohnung Zuflucht gefunden. Inzwischen sind sie – provisorisch – umgezogen nach Ernstthal...

Vergangene Woche, so Daniela, durfte sie im Beisein von Polizeibeamten einen ersten Blick ins Haus werfen – und war geschockt. Gittas Tagebücher und Unterlagen ihrer Sportwerbegruppe sind nur noch Asche, ebenso wie Danielas jahrelange Notizen für ihren Einsatz beim Tourismusstammtisch, wo sie sich etwa beim Mellichstöckdooch zuverlässig um die Versorgung kümmert. Auch Pläne für dieses Jahr waren schon auf dem nicht mehr brauchbaren Laptop...

Polizei und Baugutachter der Versicherung haben sich in den letzten Tagen die Klinke in die Hand gegeben bei der Untersuchung von möglicher Brandursache und entstandenen Schäden. Ursache, so die bisherigen Informationen, soll ein technischer Defekt gewesen sein. Für ihre Wohnung gibt es keine Rettung, das wissen Daniela und Bruno inzwischen. Das obere Stockwerk muss abgetragen werden, dort hat das Feuer ganze Arbeit geleistet. In den darunter liegenden Räumen ist durch das mittlerweile tief gefrorene Löschwasser viel kaputtgegangen.

Die vier Brandopfer sind beeindruckt, wie viele Menschen, nicht nur aus Lauscha, ihnen seit dem Brand Unterstützung haben zukommen lassen. Anziehsachen, Geldspenden, hier ein fester Händedruck, dort ein aufmunterndes Wort... „Und ohne meine Mutter ginge gar nichts, sie kocht und wäscht für uns“, erzählt Daniela.

Während des Gespräches klingelt zum wiederholten Mal das Handy. Diesmal ist Denise Berg am Apparat, eine von vielen Glaskünstlern, die Daniela seit Jahren kennen und sie nun unterstützen. „Wir haben oft anderen Leuten geholfen, wenn möglich. Die Hilfe kommt jetzt hundertfach zurück“, freut sich Daniela. Denise hat online eine Spendenaktion für die Freundin gestartet. Dort kann noch bis Anfang Juni für die Betroffenen Geld gespendet werden per Paypal, Klarna, Google Pay oder Kreditkarte. Den entsprechenden Zugang findet man unter

https://gofund.me/e53f076f