Am 3. Oktober wird in der Milch-Land GmbH Veilsdorf gefeiert. „Wir wollen zeigen, dass wir noch leben“, sagt Agrarchef Silvio Reimann. Wenn es dicke kommt, spitzt er gerne mal zu, um Klartext zu reden. Sich als Agrarunternehmen weiter zu behaupten, sei längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Fürs Getreide erlöste der Betrieb im Schnitt 17 Euro je Dezitonne, für den Liter Milch gibt’s gerade mal 39 Cent. „Das ist alles jenseits von Gut und Böse. Da kann man machen, was man will: Man kommt auf keinen grünen Zweig mehr!“ Die Einnahmen sinken, die Kosten explodieren. Man habe die eigenen Hausaufgaben gemacht, um Kosten zu sparen. „Es gibt kaum noch Stellschrauben, an denen man drehen kann.“ Von einem Jahr zum anderen steige nun auch noch der Mindestlohn 2027 deutlich an. „Das macht bei uns inklusive Sozialabgaben Mehrkosten von 4800 Euro pro Arbeitnehmer im Jahr aus – wer soll das noch bezahlen?“, fragt er sich.
Landwirte erzählen Auf einmal fuhren Kühe Karussell
Birgitt Schunk 25.09.2026 - 12:00 Uhr