Landschaftspflege in Lauscha Weniger Gehölz, dafür Ziegen oder Schafe für die Heide

Die Heidefläche „Am Schotterwerk“ in Lauscha vor den Pflegearbeiten. Hier werden alte Gehölze entnommen, um die typische Landschaft zu erhalten. Foto:  

Für die Heidefläche „Am Schotterwerk“ werden Schafe oder Ziegen zur Beweidung gesucht. Zuvor sollen aber wuchernde Gehölze entnommen werden.

Lauscha - Der Landschaftspflegeverband Thüringer Wald e.V. hat im Zuge eines Naturschutzprojektes eine Gehölzentnahme auf der Heidefläche „Am Schotterwerk“ veranlasst. Vorausgegangen waren Absprachen mit Thüringen-Forst, der Unteren Naturschutzbehörde Sonneberg und der Stadt Lauscha als Flächeneigentümer und betroffene Gemeinde. „Ziel dieser Gehölzentnahme ist die Erhaltung der großflächigen Zwergstrauch-/Ginsterheide, welche nach Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetzes und Paragraf 15 des Thüringer Naturschutzgesetzes ein gesetzlich geschütztes Biotop darstellt und auf Grundlage dessen erhalten werden muss“, teilt Martin Kühn, Mitarbeiter der Natura 2000-Station Thüringer Wald im Landschaftspflegeverband Thüringer Wald, mit.

Heiden sind seinen Worten zufolge baumarme oder baumfreie Offenlandbiotope, welche durch eine landwirtschaftliche Nutzung entstanden sind. Sie wurden im Zuge der Jahrhunderte vor allem durch Holz- und Streunutzung, Beweidung, Abtrag der Oberbodenschicht (Plaggen/Schoppern) oder Abbrennen erhalten. Die hierbei entstandenen Rohbodenstellen bildeten die Keimstätte junger Heidepflanzen und ermöglichten eine dynamische Entwicklung und den Fortbestand des Lebensraumes.

Die fehlende Nutzung in den letzten Jahren und Jahrzehnten führt Martin Kühn zufolge dazu, dass die Heide stellenweise stark überaltert und dicht mit Gehölzen bestanden ist. Eine Entnahme der Gehölze sei für den Erhalt der wertvollen Heidefläche und damit für den Schutz von gefährdeten, lebensraumtypischen Tier- und Pflanzenarten aber unumgänglich. „Die derzeitigen Pflegemaßnahmen mit Befahrung der Heide scheinen drastisch, sind aber bewährte naturschutzfachliche Praxis und dienen dem Erhalt der Heide bei Lauscha für die kommenden Jahrzehnte.“

Um die Heide in Zukunft auf natürliche Art und Weise offenzuhalten, plant der Landschaftspflegeverband, eine Beweidung auf der Heidefläche zu initiieren. Schaf- oder Ziegenhalter können sich direkt mit Martin Kühn in Verbindung setzen, telefonisch unter (03 67 04) 8 27 12 oder per E-Mail: m.kuehn@lpv-thueringer-wald.de.

Autor

 

Bilder