Landschaftspflege in der Rhön Adé des LPV-Vorsitzenden nach 21 Jahren

Die Rhön darf sich auf ein weiteres arbeitsreiches Jahr mit dem Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön freuen, der in Kaltensundheim seinen Sitz hat. Gemeinsam tritt man gegen wuchernde Stauden-Lupinen an, schützt Feuchtgebiete und Streuobstwiesen, den Steinkauz und vieles andere mehr. Neuer Chef des Verbandes ist der Kaltennordheimer Bürgermeister.

Jeweils zu einem Drittel aus Vertretern von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen besteht der Vorstand des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Thüringer Rhön. Viele Jahre hat Walter Beck aus Wölferbütt (Vierter von rechts) diesen geleitet. Nun steht ihm der Kaltennordheimer Bürgermeister Erik Thürmer (rechts) vor. Foto: LPV

Die Rhönland-Scheune in Dermbach war erneut Schauplatz der alljährlichen Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbandes Thüringer Rhön e.V. (LPV Rhön). Hier versammelten sich die Mitglieder, der Vorstand sowie die Mitarbeiter der in Kaltensundheim ansässigen Geschäftsstelle, um über Erreichtes und Ziele des Vereins zu sprechen.

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Walter Beck aus Wölferbütt, Vorsitzender des LPV Rhön, eröffnete die Versammlung. Zunächst blickte man ins vergangene Jahr zurück. „2024 war ereignisreich, nicht zuletzt wegen der drei großen neu angelaufenen ENL-Projekte“, heißt es in einer Mitteilung des LPV. ENL ist die Abkürzung für das Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft“ des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten. Konkret geht es bei den drei Rhöner ENL-Projekten um die Bekämpfung der Staudenlupine, um die Erhaltung von Feuchtflächen und um Streuobstwiesen, das so genannte Projekt „Geflügelte Vielfalt II“.

Steinkauz, Fledermaus und Co.

Für 2025 stellte die Geschäftsführerin Julia Gombert die Jahresplanung vor. Die drei beschriebenen ENL-Projekte werden mit viel Engagement fortgeführt. Auch die Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe nimmt eine wichtige Rolle ein und im Artenschutz geht es um Geburtshelferkröte, Steinkauz und Fledermaus.

Zum Teil geschieht dies über Projektkooperationen mit der Thüringer Verwaltung des Unesco-Biosphärenreservats Rhön und weiteren Natura-2000-Stationen Thüringens, war zu erfahren. „2025 liefen schon einige Veranstaltungen, wie zum Beispiel Schnittkurse für Kommunen und Privatpersonen und das gemeinsame Aufstellen eines Amphibienschutzzaunes bei Kaltensundheim und Frankenheim“, erläuterte Julia Gombert. Ihr zufolge gibt es in nächster Zeit weitere Termine zum Mitmachen für die Rhöner. Darunter zählt beispielsweise ein Picknick auf der Streuobstwiese im Rahmen des europäischen Tages der Streuobstwiese am 25. April. „Dafür können sich Interessierte gerne bei uns anmelden“, ergänzt LPV-Mitarbeiterin Lena Gothe.

Nach diesen Ausblicken auf 2025 wurde ein neuer Vorstand für den Verein gewählt. Neben bekannten Gesichtern gibt es nun auch einige neue Engagierte. Der Vorstand ist – typisch für Landschaftspflegeverbände – drittelparitätisch aufgebaut. Aus dem Bereich Land- und Forstwirtschaft wurden Thomas Malsch (Agrargenossenschaft Rhönland e.G., Rhönland Naturprodukte GmbH, Dermbach), Thomas Christ (Rhön-Agrargenossenschaft e.G. Martinroda) und Marco Wagner (Thüringer Forstamt Kaltennordheim) ganz neu in den Vorstand gewählt. Aus dem Naturschutzbereich kam Ralf Hofmann von der Stiftung Naturschutz Thüringen neu in den Vorstand.

In der konstituierenden Sitzung des Vorstandes wurde Kaltennordheims Bürgermeister Erik Thürmer zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Urgestein Walter Beck gibt Vorsitz ab

„Wir freuen uns, dass die Kandidaten mit großer Mehrheit der Stimmen gewählt wurden und dass uns Walter Beck, der seit 2004 den Vorsitz innehatte, erhalten bleibt“, heißt es von Julia Gombert, die schon viele Jahre mit Walter Beck vertrauensvoll zusammengearbeitet hat. Der Wölferbütter gab die Verantwortung als Vorsitzender ab, unterstützt den Verein aber weiter im Vorstand, wie er bekundete. Nach wie vor dabei sind der Bürgermeister von Dermbach, Thomas Hugk, der Leiter des Umweltamts des Wartburgkreises, Ulrich Feder, Ewald Göbel für den Arbeitskreis heimische Orchideen, Thomas Wey aus Meiningen als Vertreter des BUND Thüringen, die Schmalkalden-Meininger Landrätin Peggy Greiser sowie der Kaltennordheimer Bürgermeister Erik Thürmer und Arno Rudolph aus Walldorf, Mitglied im Vorstand des Landesverbandes der Schafzüchter. „Wir freuen uns, wieder gut aufgestellt zu sein und viele gemeinsame Projekte in der Thüringer Rhön umzusetzen“, fasste Julia Gombert zusammen.