Verwahrloste Häuser, Schrottimmobilien, bei denen die Nachbarn bestenfalls wissen, dass die Grundstücke einst für kleines Geld den Besitzer gewechselt haben, solche Darstellungen waren Gegenstand mehrerer Wortmeldungen beim Bürgerdialog des Landrats dieser Tage in Steinach. Sorgen ums Stadtbild kamen dabei auf. Ein Rentner schilderte, er wisse gar nicht, wer da eigentlich neben ihm haust. Vermutlich „Spitzbuben“, zumindest wechsele alle paar Wochen die Bewohnerschaft durch. Das Meldeamt täte gut daran am besten gleich in Begleitung der Polizei am Ball zu bleiben, hieß es. „Die Bürger pflegen ihr Eigentum“, lautete die Botschaft an den Landrat. Doch was das wert ist, wenn nebenan sich Verfall breit macht, sich der Hausherr aus sonstwo in Deutschland nicht kümmert um billig in Südthüringen erworbene Liegenschaften, derlei treibe die Menschen um. Besondere Betroffenheit gebe es beim Anwohnern im Umfeld ehemaliger Produktionsstätten. „Die Treuhand hat das in den 1990ern verkauft, der Rest wird später der Kommune überlassen“, so das Fazit aus dem Publikum. Ob man denn die Leute nicht zwingen könnte, sich um ihren Besitz – „Eigentum verpflichtet“, heißt’s im Grundgesetz – zu kümmern, wurde als Frage in den Raum gestellt. Dazu Unverständnis, warum manche Zeitgenossen überhaupt Immobilien lieber vergammeln lassen, anstatt sie zu verwerten.