Das sollte für den Notfall zuhause sein
Aufgrund der begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen des Katastrophenschutzes ist die Mithilfe der Bevölkerung zwingend erforderlich. Der Selbstschutz sowie die Selbst- und Nachbarschaftshilfe sind bei einer solchen Lage deshalb von größter Bedeutung. Wichtig für jedermann sei, für eine gewisse Zeit gerüstet zu sein, bis durch die zuständigen Stellen Hilfe geleistet werden kann. Man könne sich laut der Presseinformation auf vielerlei Wegen selbst behelfen, indem man einige wichtige Punkte beachtet.
Zur Vorbereitung auf den Fall der Fälle sollte man zunächst daran denken, ob man für sich selbst oder Mitmenschen eine warme Unterkunft gewährleisten kann. „Sprechen Sie mit Ihren Verwandten, Freunden und Nachbarn, wo Sie bei Bedarf vorübergehend untergebracht werden könnten oder wo Sie sich aufwärmen könnten“, so die Kreisbehörde. Höchste Vorsicht gelte allerdings bei alternativen Wärmequellen wir Grills und Heizgeräten.
Einen weiteren essenziellen Punkt stellt die Zubereitung von Speisen dar. „Treffen Sie wenn möglich Vorbereitungen, um bei Bedarf zeitweise ohne Strom oder Gas kochen zu können. Günstige Alternativen sind Campingkocher oder Holzkohlegrills. Diese sind jedoch nur im Außenbereich zu verwenden“, heißt es dazu in der Handreichung.
„Nein“ zu übereilten Hamsterkäufen
Hinsichtlich Lebensmitteln und Getränken erinnert die Kreisbehörde daran, sich ausreichend für zehn Tage zu bevorraten und dabei den ungefähren Tagesbedarf von 2 200 Kilokalorien pro Familienmitglied im Hinterkopf zu haben. „Denken Sie gegebenenfalls auch an spezielle Nahrung, wie zum Beispiel für Babys und Diabetiker oder auch an ihre Haustiere.“ Der Landkreis macht deutlich, dass der Vorrat nicht nach dem Motto „den brauche ich hoffentlich nie“, sondern nach dem Prinzip „das kann ich immer mal gebrauchen“ angelegt werden sollte. Auch sollte er in den alltäglichen Lebensmittelverbrauch integriert werden: „So wird er immer wieder verbraucht und erneuert, ohne dass Lebensmittel verderben. Neu gekaufte Vorräte gehören nach hinten ins Regal, ältere Lebensmittel zuerst aufgebraucht. Die Bevorratung sollte Stück für Stück erfolgen.“
Damit unterscheidet die Kreisbehörde strikt zwischen „Vorrat anlegen“ und Hamsterkäufen, wie sie zuletzt im ersten Lockdown aufgrund der Coronapandemie Schlagzeilen machten. Übereilt bestimmte Dinge anhäufen ist also nicht notwendig: „Es ist nicht erforderlich, den Vorrat auf einen Schlag anzulegen. Hamsterkäufe sind unsozial und nicht angebracht.“ Bei Lebensmitteln, die man bereits eingekauft hat sollte man auf die kühle, trockene und dunkle Aufbewahrung achten. Zudem sind luftdichte Verpackungen besonders nützlich.
Neben ausreichend Nahrung, Kleidung und Medizin sind alternative Lichtquellen gefragt. Man solle stets einen Vorrat an Kerzen und Taschenlampen, zum Beispiel eine Kurbeltaschenlampe oder aus Solar- und LED-Leuchten, sowie Ersatzleuchtmittel, Batterien, Streichhölzer oder Feuerzeuge im Haus haben. Ebenfalls wichtig werden bei einem länger andauernden Stromausfall Akkus und Ladegeräte: „Sorgen Sie dafür, dass Akkus an Computern und Telefonen geladen sind. Solartbetriebene Batterieladegeräte können eine Hilfe sein.“
Im Schreiben wird zudem daran erinnert, eine Bargeldreserve im Haus zu haben, da bei einem längeren, flächendeckenden Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.
Weitere Tipps für jeden Haushalt
Hausapotheke füllen.
Das gehört alles in eine Hausapotheke: persönliche, vom Arzt verschriebene Medikamente, Schmerz- und fiebersenkende Mittel, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen sowie Insektenstiche und Sonnenbrand.
Notgepäck vorhalten.
Im Notfall kann es sein, dass man schnell das Zuhause verlassen muss. Mit einem vorbereiteten Notgepäck kann man mit einem Griff alles Wichtige mitnehmen. Es soll helfen, die ersten Tage außer Haus zurechtzukommen. Oberste Grundregel lautet deshalb: Für jedes Familienmitglied sollte nicht mehr mitgenommen werden, als in einen Rucksack passt. Dieser ist außerdem handlicher als ein Koffer, da man ihn nicht hinter sich herziehen muss, sondern ihn schultern kann.
Kleidung.
Um für verschiedene Situationen richtig ausgestattet zu sein, sollte die Kleidung nach dem „Zwiebelprinzip“ zusammengestellt werden. Das bedeutet, mehrere Schichten Kleidung einzuplanen, beispielsweise Unterwäsche, T-Shirts und Stoffjacken oder Pullover. Wichtig ist auch Wetterschutzbekleidung wie eine Regenjacke oder ein Regenmantel und wetterfeste Schuhe oder Gummistiefel.
Warn-App „Nina“.
Weiterhin empfiehlt der Landkreis die Installation der Warn-App Nina, die der Bund im Zusammenhang mit dem Modularen Warnsystem (Mowas) entwickelt hat. Auch der Landkreis nutzt das System regelmäßig – etwa bei Unwetterwarnungen. Die App ist kostenlos verfügbar über iTunes sowie den Google PlayStore. Für andere Betriebssysteme steht unter www.warnung.bund.de eine Website zur Verfügung. Bei einem Ausfall des Internets und des Mobilfunks wird die Bevölkerung außerdem mittels über Handzettel, Sirenen oder Lautsprecherdurchsagen gewarnt. Auf Bundesebene wird zudem an einem Warnsystem per SMS gearbeitet, das automatisch alle Handynutzer in einer Funkzelle informiert und für das man sich nicht extra anmelden muss. Achten Sie daher gegebenenfalls auch auf solche Warnhinweise.