Landkreis Sonneberg Miteinander stark

Schulsozialarbeit an zwei Schulen zeigt, wie soziales Lernen, Bewegung und Technik Hand in Hand gehen – und stärkt Zusammenhalt, Selbstvertrauen und Freude am Lernen.

Beim FABLAB lernten die Schüler Neues über Themen wie Wasserstoff. Foto: Privat

Seit Oktober 2020 bereichert ein besonderes Angebot das Schulleben an der TGS Neuhaus „Am Rennsteig“: Unter der Trägerschaft des Diakoniewerks der Superintendenturen Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld ist die Schulsozialarbeit fester Bestandteil des schulischen Alltags geworden. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu unterstützen, aber auch Eltern und Lehrkräften in herausfordernden Situationen beratend zur Seite zu stehen.

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Freiwilligkeit ist der Schlüssel

Die Schulsozialarbeit an der TGS ist altersgerecht organisiert: Frau Apel ist für den Sekundarbereich zuständig, während sich Frau Kämpf um die Belange der Grundschüler kümmert. Beide stehen als vertrauensvolle Ansprechpartnerinnen zur Verfügung und bieten ein breites Spektrum an unterstützenden Maßnahmen an. Zum Angebot gehören unter anderem Einzelgespräche, Kleingruppen- und Gruppenarbeit sowie regelmäßige Projekte wie die „Offene Pause“ oder der „Klassenrat“, in denen soziale Kompetenzen gestärkt und Konflikte gemeinsam gelöst werden können. Darüber hinaus werden verschiedene Projekte durchgeführt, wie zuletzt „Wir gestalten unseren Ferientag selbst“ oder der „Kinderschutzparcours“.

Schulsozialarbeiterin Romy Apel mit den Sechstklässlern Felix Rose, Joah Greiner, Max Bosecker. Foto: Privat

Wichtig ist: Alle Angebote der Schulsozialarbeit basieren auf Freiwilligkeit. Niemand wird zur Teilnahme verpflichtet. Schüler, aber auch Eltern und Lehrkräfte, können sich bei Fragen, Problemen oder Ideen jederzeit an die Schulsozialarbeiterinnen wenden. In geschütztem Rahmen können gemeinsam Situationen reflektiert, neue Perspektiven entwickelt und Wege zur Veränderung erarbeitet werden. Ein zentraler Grundsatz ist dabei das absolute Vertrauen – alles, was im Rahmen der Gespräche thematisiert wird, bleibt vertraulich. Damit schafft die Schulsozialarbeit einen sicheren Raum, in dem Sorgen ernst genommen und Lösungen gemeinsam gefunden werden können. Denn jeder, der im Schulalltag ein „offenes Ohr“, einen Rückzugsort oder eine „gute Seele“ braucht, ist bei den beiden Schulsozialarbeiterinnen genau richtig.

Kreativität, Bewegung und Technik

Ein Schulcampus, zwei kreative Welten: Mit einem besonderen Kooperationsprojekt zwischen Tanz und Technik hat die Gemeinschaftsschule Sibylle Abel in Steinbach ihre Fünftklässler in Bewegung gebracht – und zum Staunen eingeladen. An zwei Projekttagen hatten die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen die Gelegenheit, sich über gemeinsame Aktivitäten besser kennenzulernen, gemeinsam zu forschen, zu tanzen – und dabei jede Menge Spaß zu haben. Der gemeinsame Campus bot dafür ideale Rahmenbedingungen.

Im Tanzworkshop unter Leitung der Tanzpädagogin Monique Beyer, die im Landkreis eine mobile Tanzschule betreibt, lernten die Kinder Hip-Hop-Choreografien, übten typische Moves ein und stärkten so nicht nur ihre körperliche Fitness, sondern auch den Klassenzusammenhalt. Höhepunkt war die Präsentation der selbst erarbeiteten Tänze, begleitet von großem Applaus und sichtbarer Freude an der Bewegung.

Naturwissenschaftliches Arbeiten

Zeitgleich öffnete das schuleigene FABLAB seine Türen. Dort wurden die jungen Schülerinnen und Schüler von älteren Lernenden der 12. und 13. Klassen – darunter Lars, Hans, Tom, Pascal, Angelina, Cedric und Marvin – in spannende Forscherprojekte eingeführt. Themen waren unter anderem die Messung des pH-Werts von Bodenproben und dessen Bedeutung für den Pflanzenanbau, die Programmierung von Lernrobotern wie „Kiri“ und „Robbi“, die Beantwortung von Fragen zu Zukunftsthemen wie Wasserstoff sowie die Rolle von Wasserstoff als nachhaltigem Energieträger der Zukunft.

Dass die Mischung aus Bewegung und Forschen gut ankam, zeigen die Rückmeldungen der Teilnehmenden: „Tanzen hat riesig Spaß gemacht“, meinte Mia nach dem Workshop. Auch Selina und Amy betonten: „Es macht richtig viel Spaß, sich zur Musik zu bewegen!“ Moritz war besonders vom Forschungsteil beeindruckt: „Mich hat fasziniert, dass Wasserstoff sogar Maschinen und Autos antreiben kann.“ Rick war begeistert von den Robotern: „Ich staune, dass Roboter so genau antworten können!“

Das Projekt wurde gemeinsam vom Team der Schulsozialarbeit, den Lehrkräften, FAB-LAB-Leiter Uwe Blechschmidt sowie Tanzpädagogin Monique Beyer organisiert und soll künftig regelmäßig jüngere Schülerinnen und Schüler zum kreativen Mitmachen einladen. Ziel ist es, Begeisterung für Bewegung, Technik und gemeinschaftliches Lernen zu fördern – und das ist eindrucksvoll gelungen. Die Fünftklässler gingen mit neuen Eindrücken, einem Lächeln im Gesicht und gestärktem Zusammenhalt nach Hause – ganz im Sinne der Schulsozialarbeit, die Begegnung, Gemeinschaft und Freude am Lernen fördert. red

Fördergeld für soziale Projekte

Die Teag Thüringer Energie AG
startet mit ihrem beliebten Projektwettbewerb „IdeenMachenSchule“ ins neue Schuljahr. Unter dem Motto „Innovativ denken, kreativ sein und nachhaltig handeln!“ ruft der Energiedienstleister Thüringens Schulen zum Mitmachen auf und vergibt Fördergelder von bis zu 1000 Euro pro Schulprojekt.