Schnelltests Landrätin lädt Minister Spahn ein

Landrätin Peggy Greiser setzt darauf, dass der Bund die Kosten für die Corona-Schnelltests übernimmt, den den Bürgern kostenlos angeboten werden. Sie hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen offenen Brief geschrieben. Foto:  

Landrätin Peggy Greiser hat einen offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geschrieben. Darin lädt zu ihn zum Besuch eines der Schnelltestzentren im Landkreis ein und bittet den Bund um die Finanzierung dieser Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie.

Meiningen - Seit Anfang dieser Woche bietet der Landkreis Schmalkalden-Meiningen kostenlose Schnelltest für seine Einwohner an. An den ersten drei Tagen nutzten 986 Frauen und Männer diese Möglichkeit, dabei wurden sieben positive Fälle entdeckt. Weitere 204 Tests gab es bis Mittwoch in Kindergärten und Unternehmen mit zwei weiteren Positiv-Resultaten. „Bereits neun Menschen mit positivem Ergebnis konnten so identifiziert und Infektionsketten wirksam unterbrochen werden“, betont Landrätin Peggy Greiser.

Sie hat am Donnerstag einen offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verschickt. Darin fordert sie den CDU-Politiker auf, die Schnelltests in Schmalkalden-Meiningen als Modellprojekt für Corona-Hotspots zu finanzieren. Greiser spricht von einem „wegweisenden Modellprojekt zur Pandemiebekämpfung für den ländlichen Raum“.

Schmalkalden-Meiningen gehört zu den Landkreisen mit den höchsten Infektionszahlen in ganz Deutschland. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bei 207. In ihrem Schreiben erinnert die Kreischefin den Bundesminister an die zunächst verbreitete öffentliche Ankündigung, ab 1. März kostenlose Schnelltests für Jedermann anzubieten. „Wir haben Ihren Vorstoß ausdrücklich begrüßt und bedauern es, dass das Bundeskabinett Sie bei diesem richtungsweisenden Vorhaben nicht unterstützt hat“, heißt es in dem offenen Brief. Der Landkreis hat fest damit gerechnet, dass der Bund ab 1. März die Kosten für die Schnelltests übernimmt. Pro Woche wird mit 25 000 Euro gerechnet. „Das Thüringer Gesundheitsministerium hat uns bedauerlicherweise nach schriftlicher Anfrage nicht bei unserer Schnelltest-Strategie unterstützt – obwohl wir seit Wochen und aller Bemühungen der Hotspot Nummer 1 in Thüringen sind“, so die Landrätin. In dieser schwierigen Zeit müsse es das gemeinsame Ziel sein, die Pandemie entschlossen zu bekämpfen.

Sie hat Bundesminister Spahn eingeladen, eines der drei Schnelltestzentren in Meiningen, Schmalkalden und Zella-Mehlis zu besuchen.

Schnelltests sind am Freitag im Meininger Volkshaus (16 bis 19 Uhr) , im Bürgerhaus Wernshausen (16 bis 18 Uhr) und in der Sporthalle Struth-Helmershof (16 bis 18 Uhr) möglich. Am Samstag können sich Interessierte im Meininger Volkshaus (9 bis 11 Uhr), in der Mehrweckhalle Schmalkalden (9 bis 11 Uhr) und in der Volkshochschule Zella-Mehlis (9 bis 11 Uhr) einen Rachen-/Nasenabstrich abnehmen lassen.

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