Landkreis macht mobil Spendenaktionen und Friedensgebete

Die Bestürzung über den Krieg in der Ukraine ist groß. Die Menschen im Landkreis setzen aktuell auf Spenden und Gebete.

Pfarrer Nikolaus Flämig hatte in Heldburg zum Gebet aufgerufen. Foto: privat

Eisfeld - Über den „Digitalen runden Tisch“ des Landkreises Hildburghausen wurde am Wochenende spontan eine Hilfsaktion für die Ukraine ins Leben gerufen.

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„Wir erleben aktuell eine für unmöglich gehaltene Eskalation kriegerischer Gewalt gegen die Ukraine. Über eine Millionen Menschen sind bereits auf der Flucht und versuchen sich in den Nachbarstaaten in Sicherheit zu bringen. Insbesondere Kinder und Frauen gelangen unter widrigen Umständen so an die polnisch-ukrainische Grenze und können dort aber nur minimal versorgt werden. Sie wissen nicht, wie es weiter geht und wo sie unterkommen können. Diese Menschen brauchen jetzt dringend Unterstützung! Es fehlt aktuell an Medikamenten, Verbandszeug und Möglichkeiten der Unterbringung in Deutschland“, teilte Matthias Hartwig, Vorsitzender des Tourismusvereins „blessberg-region“ und gemeinsam mit Steffen Würstl Geschäftsführer der Gewerbe- und Tourismusvereine Hildburghausen, mit. Er hat daher die Aktion mit seinem Sohn Hannes Hartwig, Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor und Eisfelds Pfarrer Steffen Pospischil kurzerhand angestoßen und im digitalen Landkreis-Netzwerk Unterstützer und Mitstreiter gefunden.

„Gemeinsam mit einer Initiative aus Erfurt wurde bereits das notwendige Material beschafft. Der Transport zu den Hilfskräften im Grenzgebiet ist jedoch gegenwärtige die größte Herausforderung. Gemeinsam mit lokalen Busunternehmen wollen wir deshalb versuchen die Lieferung dieser Hilfsgüter so schnell wie möglich durch zu führen. Gleichzeitig können bei der Rückfahrt Mütter mit kleinen Kindern nach Deutschland mitgebracht werden“, heißt es weiter im Aufruf.

Um diese Transporte zu finanzieren hat der Digitale Runde Tisch laut Matthias Hartwig ein Spendenkonto gemeinsam mit den Gewerbe- und Tourismusvereinen Hildburghausen eingerichtet. „Bitte unterstützt die dringende Hilfsaktion“, appelliert Matthias Hartwig. Gespendet werden kann auf folgendes Konto: Empfänger GUTV Ukraine Hilfe, IBAN DE20 7906 9188 0201 1861 32, Raiffeisenbank im Grabfeld e.G.

Das Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra hat am Wochenende ebenfalls einen Aufruf zur Sammlung von Hilfsgütern für die Menschen in der Ukraine gestartet. „Die Hilfsbereitschaft der Menschen aus Themar und Umgebung war großartig. Mehr als 20 Schlafsäcke, über 100 Decken und viele Verbandskästen sowie anderweitiges Verbandsmaterial wurden gespendet. Dabei danken wir besonders den Apotheken in Themar und Jüchsen für Ihre spontane Unterstützung. Neben den Sachspenden erreichten uns ebenfalls Geldspenden. Alle Spenden werden an den koordinierenden Verein in Erfurt übergeben. Wir werden Euch über weitere Spendensammlungen informieren“, teilte das Bündnis über Soziale Medien mit.

Außer zu spontanen Spendenaktionen wurde in einigen Orten zu Friedensgebeten aufgerufen, so zum Beispiel Samstag und Sonntag in Heldburg und Sonntag in Eisfeld.