Landesklasse Staffel 3 Erst das Prinzenpaar, dann das Spiel

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In Hildburghausen unterliegen die Gastgeber trotz 20 Minuten in Überzahl. Nach 94 Spielminuten lautet der Endstand gegen Barchfeld 3:4. Gefeiert wird dennoch – allerdings das Theresien-Fest.

Einmarsch mit dem Prinzenpaar: Anlässlich des Theresienfestes in Hildburghausen lief hoher Besuch beim Landesklasse-Spiel mit auf. Foto: frankphoto.de/Bastian Frank

Es gab zwei Fragen, die das Heimtrainerteam die ganze Woche über beschäftigte. Wer kommt von den Verletzten für dieses Match zurück und vielleicht gleich in die Anfangsformation? Und soll an der zuletzt gespielten Dreier-Kette festgehalten oder mit einer Viererkette agiert werden? Trainer Patrick Ortlieb beorderte mit Martin Schleicher, Tristan Rüffer und William Simon gleich drei neue Akteure in die Startelf. Und er blieb bei der Dreierkette, die gegen den Aufsteiger aus Barchfeld mit Martin Schleicher, Johannes Schelhorn und Konstantin Brückner besetzt wurde.

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Zum Einmarsch mit der Hymne des FSV war zum Theresien-Fest in Hildburghausen auch das Prinzenpaar (die Hoheiten Kathleen Goldschmidt und Jan Wäschenfelder), der Hildburghäuser Bürgermeister Patrick Hammerschmidt und auch der ESKA-ter dabei. Und die Prinzessin Therese durfte dann auch den Ehrenanstoß ausführen.

Die Eintracht hatte einen Auftakt nach Maß. Bereits nach 93 Sekunden erzielte Sandro Eichhorn die Heimführung. Aber irgendwie gab das 1:0 nicht die erwartete Sicherheit. Der Versuch aus der Abwehr zu spielen war zu schlafmützig. Barchfeld kam in Ballbesitz (6. Minute) und hatte auch Überzahl, was zum Glück nicht bestraft wird. Wenig später ist wieder die linke Abwehrseite nicht auf der Höhe der Aufgaben. Leon Baier lässt sich nicht zwei Mal bitten und netzt ein.

Der Neuling am Drücker

Der Ausgleichstreffer macht den Landesklassenneuling richtig stark. Und das Übergewicht an Ballbesitz und Chancenvorteilen spiegelt sich dann auch in Toren wider. Mit einem Doppelschlag erhöhen Kamil Mikula und Magnus Krech in fünf Minuten auf 1:3. Dem dritten Treffer der Barchfelder geht dabei ein Eckball der Platzhirsche voraus.

Kurz vor der Pause meldet sich die Eintracht endlich auch wieder offensiv zurück. Sandro Eichhorn kommt einen Schritt zu spät, dann kann Torwart Niklas Teubert mit einer artistischen Rettungstat den Ball erneut gegen Eichhorn zur Ecke abwehren. „Was ist denn mit der Eintracht los?“, fragte sich zur Pause nicht nur der ehemalige Zeugwart des FSV Gerhard Bolz.

Für die Halbzeitansprache gab es dieses Mal einen neuen Standort. Nicht unmittelbar vor der eigenen Auswechselbank, sondern auf Höhe des 16-ers auf der rechten Spielfeldhälfte im linken Eck. Dafür gab es Gründe: An diesem Tag war es auch die Lautstärke auf der Heimbank durch Stadionmusik und Theresien-Fest-Stimmung.

Zur Pause wechselte Hildburghausen gleich doppelt. Wenig später kam auch noch Dennis Krüger für den verletzten Franz Naumann. Die Heimelf gab sich noch nicht geschlagen. Aber die Gäste blieben bei ihrer Spielweise und erhöhten sogar auf 4:1. Ein bewährtes Mittel der Barchfelder waren auch die präzisen Abwürfe des Torhüters bis zum stets frei stehenden Mitspieler.

In der 71. Minute dezimieren sich die Gäste mit der Ampelkarte gegen Michal Merjavy selbst. Dies bedeutet auch 20 Minuten Überzahl – geht vielleicht doch noch was?

Einwechsler Ali Imedashvili ist sechs Minuten auf dem Platz und markiert das 2:4. Wenig später erzielt Mannschaftskapitän Johannes Schelhorn per Fernschuss den Anschluss. Und auf der Uhr sind einschließlich der Nachspielzeit noch zehn Minuten. Die Gastgeber fighten, Barchfeld wird immer weiter nach hintern gedrückt und schafft keine Entlastung mehr. Und dann läuft die 88. Spielminute. Hier hätte der Ausgleich fallen müssen. Lattenwischer, Pfosten, ein leeres Tor und das Leder rollt vor der Torlinie am gesamten Gehäuse vorbei. Nur drin ist der Ball nicht!

Das Powerplay geht weiter. Beim Eckstoß in der Nachspielzeit tummeln sich 20 Akteure im Barchfelder Strafraum. Nur William Simon steht kurz dahinter und Keeper Julikas Geyling in seinem 16-er. Wenig später jubeln die Gäste über drei erkämpfte Auswärtspunkte. Auch in der Tabelle ziehen sie an Hildburghausen vorbei und liegen jetzt auf Position zwölf, der FSV auf Rang 14.