Positiv bewertete die Präsidentin, dass die Landesregierung Dutzende Förderprogramme durchforste und den Bürokratieabbau voranbringen wolle. "Der Handlungsdruck wird höher", sagte sie mit Verweis auf weiterhin schwache Konjunkturprognosen.
Traditionell legte der Rechnungshof zusammen mit seinem Jahresbericht eine Reihe von Prüfergebnissen vor. Was den Finanzkontrolleuren auffiel:
Schlösserstiftung
Sie betreut mehr als 30 historische Gemäuer. Viele Erhaltungsarbeiten würden jedoch nicht aus dem normalen Etat der Stiftung, sondern über Projektförderung finanziert. Die Finanzierungspraxis sei nicht zweckmäßig - sie erfordere einen hohen personellen und zeitlichen Aufwand. Der Einsatz der Gelder werde durch Staatskanzlei und Stiftung nicht ausreichend gesteuert und überwacht, es drohe ein Wertverlust der Liegenschaften.
Korruptionsverhinderung
Nach einem Korruptionsskandal unter anderem beim Oberlandesgericht untersuchte der Rechnungshof Strukturen im Bereich des Innenministeriums und stellte Defizite fest. Es gebe zwar Antikorruptionsbeauftragte, oft hätten sie für diese Aufgabe jedoch kaum Zeit - beispielsweise im Landesverwaltungsamt. Auch Schutzmaßnahmen wie das Vier-Augen-Prinzip oder der gezielte Wechsel von Arbeitsaufgaben der Mitarbeiter würden oft nicht umgesetzt.
Meistergründungsprämie
Diese Prämie soll jungen Meistern einen Anreiz geben, sich selbstständig zu machen. Gezahlt wird der Betrag von einigen Tausend Euro jedoch erst nach erfolgter Gründung oder Betriebsübernahme. Dann sei der eigentliche Zweck der Förderung bereits erfüllt, monierte der Rechnungshof. Das Wirtschaftsministerium reagierte auf die Kritik und veränderte die Förderkonditionen.