Hof/Wunsiedel - Im Prozess um die mutmaßliche Verschleppung und Vergewaltigung von zwei Prostituierten hat nun auch das zweite Opfer den Hauptangeklagten schwer belastet. Die junge Frau aus Asch schilderte am Mittwoch den Richtern des Landgerichts Hof unter Tränen, dass der 35-jährige Wunsiedler ihr und ihrer Bekannten gedroht habe, dass er sie nicht mehr nach Hause lassen werde, wenn sie nicht täten, was er von ihnen wolle. Nachdem er sie in jener April-Nacht nicht, wie vereinbart, nach Eger, sondern nach Wunsiedel gefahren hatte, habe er den Frauen bedeutet, dass in seiner Straße "die Russenmafia" wohne. Außerdem habe er ihnen eine Schusswaffe gezeigt und ihnen damit gedroht, sie nach Kanada zu bringen. Unter dem Eindruck dieser Drohung hätten sie und ihre Bekannte schließlich alles mit sich geschehen lassen. Die junge Frau war nach eigenen Worten in Asch schon einmal von einem deutschen Freier fast umgebracht worden; dieser Täter konnte nie ermittelt werden.