Bayreuth – Völlig überraschend wurde gestern der bislang für den Prozess vorgesehene Staatsanwalt auf eigenen Wunsch von der Sachbearbeitung entbunden. Ebenfalls gestern haben die beiden Münchner Journalisten, Ina Jung und Christoph Lemmer, schwere Anschuldigungen gegen die Jugendkammer erhoben, vor der ab Donnerstag der kommenden Woche verhandelt werden soll.

Die Autoren des Buchs „Der Fall Peggy“ behaupteten bei einer Pressekonferenz in Bayreuth, dass der Vorsitzende der Kammer, Michael Eckstein, einem Gutachter schon bei der Beauftragung weitgehend vorgegeben hätte, was in dem Gutachten stehen soll. Dem Berliner Gerichtspsychiater Hans Ludwig Kröber sei in einem Telefonat nahegelegt worden, was in seinem Gutachten stehen sollte, damit das Gericht zu einem leichten Freispruch kommen könne. Die beiden Journalisten berufen sich dabei auf nicht näher bezeichnete Quellen aus dem „Berliner Umfeld“ des Gutachters. Sollten ihre Behauptungen der Wahrheit entsprechen, wäre das Hauptverfahren vorbei ehe es richtig begonnen hätte. Eckstein würde wohl auf jeden Fall wegen der Besorgnis der Befangenheit vom Verfahren abgezogen.

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