Bamberg/Hof - Sie stehen im Bund mit dem Teufel - so lautete das Hauptvergehen, das die Ankläger vor rund 400 Jahren massenhaft unschuldigen Menschen angedichtet haben - oder in Verhören unter Folter aus ihnen herauslockten. Sie wurden der Gotteslästerung und der Sodomie bezichtigt, des widernatürlichen Geschlechtsverkehrs mit dem Teufel. Sie hätten den Kindern Läuse auf die Köpfe gehext, sie seien schuld daran, dass es seit Wochen nicht geregnet habe, sie seien verantwortlich dafür, dass die Kühe keine Milch geben, weil sie sie zuvor gestohlen hätten. In ihrer Person liege die Ursache für Missernten oder dafür, dass es noch im Mai verheerende Nachtfröste gegeben habe. "Die Vorwürfe waren aus der Luft gegriffen", betont der Historiker Professor Dr. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger in Oberfranken. "Man suchte Sündenböcke für Phänomene, die man sich nicht erklären konnte - und verbrannte die Menschen nach qualvoller Folter auf dem Scheiterhaufen."
Länderspiegel Dunkle Zeit in Oberfrankens Geschichte
Von Beate Franz 27.09.2012 - 00:00 Uhr