Wunsiedel – Eigentlich ist Lars Burmeister wohl ein armseliger Feigling. In einem Song seiner rechtsextremistischen Hardcore-Band „White Aryan Rebels“ hatte er zur Tötung der schwarzen TV-Moderatorin Mo Asumang aufgerufen. Aber als sie dann leibhaftig mit ihrer Harley auf den Parkplatz vorm Clubhaus von Burmeisters Motorrad-Gang knattert und die muskelbepackten Glatzen dort fragt, ob sie denn „den Lars“ mal sprechen könne, da traut er sich nicht heraus.

Für Asumang ist dies die Schlussszene in ihrem Dokumentarfilm „Roots Germania“, den sie am Dienstag und Mittwoch in der Fichtelgebirgshalle Wunsiedel vor insgesamt gut 500 Menschen zeigte, darunter den Acht- und Neuntklässlern aller Wunsiedler Schulen. Es ist das Ende einer mehrjährigen Recherche, die damit begann, dass Burmeisters „weiße arische Rebellen“ die dunkelhäutige Schauspielerin auf der CD „Noten des Hasses“ mit der Zeile schockten: „Diese Kugel ist für Dich, Mo Asumang.“