Kultur in Suhl Grünes Licht für Straßentheaterfestival

Anja Hüttner, Stefan „Uller“ Ulrich-Hüttner und Paul Meischter vom Verein Kult(t)raum (von links) freuen sich mit Kulturamtsleiter Marc Trommer (rechts) mit dem 8. Straßentheaterfestival am ersten Septemberwochenende wieder ein Stück kulturelles Leben in die Stadt zu bringen. Foto: frankphoto.de

Lange war unklar, ob es 2021 wieder ein „richtiges“ Straßentheaterfestival in der Suhler Innenstadt geben kann. Nun steht fest: Am ersten September-Wochenende geht das Spektakel über die Bühne.

Suhl - Seit nunmehr acht Jahren zieht es die Suhler und viele Gäste der Stadt am ersten Septemberwochenende in seinen Bann: Das Straßentheaterfestival des Vereins Kult(t)raum. Im vergangenen Jahr mussten die ehrenamtlichen Festivalmacher um Stefan „Uller“ Ulrich-Hüttner und Anja Hüttner coronabedingt auf eine kleinere, mobile Festivalvariante setzen. Dieses Jahr nun, zur achten Auflage, soll das Festival wieder in größerem Stil in der Innenstadt, genauer gesagt auf dem Marktplatz, stattfinden.

„Nach vielen Gesprächen und Abstimmungsrunden steht es fest: Wir werden wieder ein Straßentheaterfestival machen, ein Stück Normalität in die Stadt tragen; Menschen und Künstler endlich wieder zusammenbringen“, sagt Uller. Um diese gute Neuigkeit zu verkünden, riefen Verein und Stadt eigens eine Pressekonferenz im Rathaus ein. Das Festival wird am Freitagabend, 3. September, mit einem Varieté und Feuershow auf der Marktplatz-Bühne starten, sich am Samstagnachmittag und -abend mit einem tollen Programm fortsetzen und am Sonntagabend mit dem Finale aller teilnehmenden Künstler zu Ende gehen.

Mit dabei sind bekannte Gesichter und Freunde des Festivals wie die nicht nur bei Kindern beliebten Clowns Hacki und Möppi oder die Straßenkünstler Roc roc it und Fuego Rojo. Erstmals in Suhl wird mit Mariann Engels aus Ungarn eine Seilartistin auftreten und mit einer berauschend gewagten Seilartistik-Performance den Atem der Besucher stocken lassen. Auch Künstler aus Mexico und Chile werden dabei sein. Alles wie immer also?

„Nicht ganz“, sagt Stefan Ulrich. „Zum einen wird es keine gastronomischen Versorgungsstände geben, stattdessen wollen wir die Gastronomen der Innenstadt einbinden. Zum anderen ist es bei zu großem Andrang möglich, dass wir weitere Spielstätten wie etwa am Standesamt, am Dianabrunnen oder an der Kreuzkirche eröffnen, um die Besucher besser zu verteilen“, kündigt er an. Ziel sei es, sagt er, so viele Menschen zu erreichen und glücklich zu machen, wie nur möglich – ohne Sorge, dass es letztlich zu viele werden könnten.

Wie viel es sein dürfen, das wird vom Gesundheitsamt angesichts der Infektionszahlen kurzfristig entschieden. Ohnehin könne man mit den bescheidenen personellen Kapazitäten den Zulauf zum Veranstaltungsort nicht kontrollieren und wolle ihn auch nicht von vornherein begrenzen. Jeder solle kommen können und zuschauen dürfen – wie immer ohne Eintritt, nur mit einem Hutgeld für die Künstler.

„Die ganze Sache ist nicht ohne Risiko. Aber wir haben den Mut, dieses Risiko aus tiefster Überzeugung das Richtige zu tun, auf uns zu nehmen“, sagt Uller. Wie immer rein ehrenamtlich, mit viel Herzblut, privatem Geld und Engagement. Dafür sei man aber mehr denn je auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Zwar halten die treuen und großen Sponsoren wie ITMS, Allianz und VR-Bank auch dieses Jahr zur Stange, doch fallen die Sponsorgelder angesichts wirtschaftlicher Corona-Belastungen nicht mehr so hoch aus wie in den vorangegangenen Jahren. Künstlergagen und Hotelkosten können davon gedeckt werden. Aber der Finanzbedarf für das ganze Drumherum, etwa für Gema, Sicherheitsdienst, Müllentsorgung, Terrorsperren, Absperrzäune... wächst drastisch auf. „Das führt unseren Verein an finanzielle Grenzen“ bitten Uller und seine Mitstreiter um Hilfe.

Seitens der Stadt ist diese Hilfe zugesichert, sagt Kulturamtsleiter Marc Trommer. „Das Festival ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt; hat einen unheimlichen wirtschaftlichen Mehrwert und ist einfach unverzichtbarer Bestandteil des Veranstaltungskalenders“, sieht er es. Deshalb werde die Stadt mit ihren Möglichkeiten unterstützen, wo immer das nötig sei.

Auch der Stadtmarketingverein ist mit im Boot. Er flankiert das Festival mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Zudem hat die IHK Südthüringen die nächste Aktion des „Heimatshoppens“ auf das Festivalwochenende gelegt.

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