Kult-Schaf Jonastal-Schaf Maggie vermutlich tot

Maggie aus dem Jonastal war beliebtes Fotomotiv. Nun ist das wild lebende Schaf offenbar verendet. Im Internet wurde ein entsprechendes Bild veröffentlicht. Maggie-Fans sind traurig. Foto: dpa

Seit rund acht Jahren lebte Schaf „Maggie“, das wegen seines überdimensionalen Wollkleides Kult im Internet war, allein im Jonastal zwischen Arnstadt und Crawinkel. Nun ist das Tier offenbar tot.

Die Nachricht kommt überraschend: „Maggie ist leider tot. Hab sie heute bei der Stollengruppe 1-12 gefunden“, schreibt am Samstag ein Nutzer auf der sozialen Plattform Facebook und stellt dazu das Bild des verendeten Schafs. Ob es sich tatsächlich um „Maggie“ handelt, das Kult-Schaf aus dem Jonastal, ist zwar nicht abschließend bestätigt, doch Zweifel sind nahezu ausgeschlossen.

„Maggie“ war vor etwa acht Jahren aus einer Herde bei Arnstadt ausgebüchst und lebte seither im Jonastal, zwischen Arnstadt und Crawinkel. Ganz ohne Schäfer oder andere Tiere. Wind und Wetter – und vor allem mindestens einem Wolf, der seit geraumer Zeit ebenfalls in der Gegend umherstreift, trotzte sie erfolgreich. Bisher.

Das bauschige Schaf war wegen seines extrem dicken Wollkleides zu einer Art Internet-Star geworden. Maggie erinnert nämlich verblüffend an Shirley, jenes Schaf aus der bekannten Kinderserie „Shaun das Schaf“, dessen Fell stets als Versteck für alles Mögliche herhalten muss.

Versteckt hatte sich Maggie auch häufig – vor allem vor jenen, die sie einfangen wollten. Hobby-Fotografen hatten Maggie deshalb – und natürlich wegen dieses besonderen Aussehens – gerne geknipst auf Instagram, aber vor allem auf Facebook, gab es regelmäßig Fotos und manchmal auch Videos von ihr zu sehen. Bei Facebook hatte „Maggie“ sogar eine eigene Seite unter dem Namen „Ich bin’s Maggie – Das Jonastal-Schaf“. Dort wurden beispielsweise am 16. Februar noch einmal Bilder und eine Videoaufnahme des Schafes gezeigt, auf der das Tier sichtlich zu lahmen scheint. „...Und dann scheint Maggie auch zu lahmen, was wirklich traurig wäre um das Freiheit liebende Schaf im Jonastal“, steht im Facebook-Beitrag dazu geschrieben. Ob diese Verletzung der Anfang vom Ende war?

Bereits vor drei Jahren, als Maggies Wollkleid noch auf rund 20 Kilo geschätzt wurde, hatte Gerhard Schuh als Vorstandsmitglied des Verbandes Thüringer Schafzüchter dringend dazu geraten, das Schaf einzufangen und zu scheren. „Anders als bei einem Wildschaf, das seine Wolle von selbst verliert, wächst sie bei Hausschafen immer weiter“, sagte Schuh damals.

Die Gefahr sei deshalb groß, dass Maggie irgendwann im Gestrüpp hängen bleiben und sich nicht mehr selbst befreien könne. Dann könnte sie sich verletzen oder gar verhungern. Und wenn die Wolle viel Wasser aufsauge, verdopple sich ihr Gewicht und Maggie könnte sich zudem unterkühlen.

Trauer groß

Ob sich Maggie tatsächlich wegen des beachtlichen Gewichtes, das sie mit sich herumgetragen haben muss, verletzt hatte und dies schlussendlich der Grund für ihr Ableben war, bleibt unklar. Fakt ist allerdings, dass sie natürliche Lebenserwartung eines Hausschafes, wenn es nicht geschlachtet wird, zwischen zehn und 20 Jahren liegt. Womöglich ist Maggie also auch einfach natürlich verendet.

Wie dem auch sei – die Trauer unter den Fans, für die das Schaf etwas Besonderes war, ist groß. Montagmorgen gab es über 725 Reaktionen auf den letzten Maggie-Post, zudem wurde der Beitrag 97-mal geteilt und 137-mal kommentiert: „Du durftest Dein Leben in Freiheit genießen liebe Maggie und hast so gelebt wie Du es wolltest. Jetzt bist du oben. Ruhe in Frieden“, oder „Nun darfst du die Freiheit im Himmel genießen süße Maggie. Komm gut über die Regenbogenbrücke. Wir werden dich nie vergessen“ und zahlreiche weitere Bekundungen dieser Art wurden unter das Foto des verendeten Schafes geschrieben.

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