Flugzeugabsturz in Kulmbach Rettungskräfte haben die Leichen geborgen

, aktualisiert am 23.04.2021 - 15:50 Uhr

Für zwei Insassen eines Sportflugzeugs kommt am Donnerstagabend jede Hilfe zu spät. Die beiden Männer sterben im Wrack auf der Rollbahn des Kulmbacher Flugplatzes. Am Freitagmorgen wurden die Leichen geborgen. Bei dem Piloten soll es sich um einen 52-jährigen Unternehmer aus dem Landkreis Kulmbach handeln.

Kulmbach - 16 Stunden nach dem tragischen Absturzes eines Sportflugzeugs am Kulmbacher Flugplatz sind am Freitag gegen 10 Uhr die beiden Leichen geborgen worden. Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks hatten dazu mit Hilfe eines Radlagers das Wrack angehoben. Zuvor hatte die Polizei an der Unfallstelle die ganze Nacht Wache gehalten.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der 52-jährige Pilot aus dem Landkreis Kulmbach mit einem 51 Jahre alten Mann in dem Ultraleichtflugzeug gestartet und hatte abgehoben. Aus noch ungeklärter Ursache drehte sich die Maschine in noch geringer Höhe am Ende der Landebahn, kam erst mit einer Tragfläche und dann mit der Front am Boden auf, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Beide Insassen wurden eingeklemmt; eine Notärztin konnte nur noch ihren Tod feststellen.

Die Bergung der Männer aus dem Wrack war aufgrund der Explosionsgefahr der Treibladung für den Sicherheitsfallschirm zunächst nicht ohne Gefährdung der zeitweise mehr als 100 Einsatzkräfte möglich. Zwei Sachbearbeiter für Flugunfälle der Kriminalpolizei Bayreuth nahmen zusammen mit Mitarbeitern der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung an der Absturzstelle die Ermittlungen auf.

Ein Staatsanwalt aus Bayreuth ordnete die Hinzuziehung eines Sachverständigen für Flugunfälle für den kommenden Morgen an. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks blieben über Nacht an der abgesperrten Unglücksstelle.

Am Freitagvormittag gelang es dem Sachverständigen zusammen mit den Mitarbeitern der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung und eines örtlichen Spezialisten, die Explosionsgefahr zu beheben. Somit konnten die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr das Wrack mit technischer Unterstützung umdrehen und die beiden Insassen bergen. Zudem begutachteten die Luftunfallspezialisten die völlig beschädigte Maschine, deren Teile im Anschluss auf das Gelände des Technischen Hilfswerks Kulmbach transportiert wurden. Der Gesamtsachschaden beträgt geschätzte 120.000 Euro. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu den Umständen des Absturzes dauern weiter an.

Der Hintergrund: Das Ultraleichtflugzeug war am Donnerstag gegen 18.15 Uhr nach einem missglückten Startversuch abgestürzt und senkrecht mit der Nase nach vorn auf die Rollbahn geprallt. Für die beiden Insassen kam jede Hilfe zu spät. Zeugen berichteten der Polizei, dass der Pilot und sein Passagier in Kulmbach zu einem Flug starten wollten. Ersten Angaben zufolge war die Maschine in Kulmbach stationiert. Bei dem Piloten soll es sich um einen 52-jährigen Unternehmer aus dem Landkreis Kulmbach handeln. Noch am Abend trafen Experten vom Bundesluftfahrtamt in Braunschweig auf dem Kulmbacher Flugplatz ein. Auch die Kripo schickte Fachleute an den Unglücksort, um das Wrack zu untersuchen und die Absturzursache  zu ermitteln.  Ein Staatsanwalt wurde ebenfalls an den Unglücksort gerufen. Er ordnete die Hinzuziehung eines Sachverständigen für Flugunfälle an.

Erst im September vergangenen Jahres war es im Landkreis Kulmbach zu einem Flugzeug-Unglück mit tödlichem Ausgang gekommen. Damals stürzte ein Doppeldecker nahe des Rugendorfer Ortsteils Poppenholz ab. Der Pilot verstarb noch in dem völlig demolierten Wrack. Der Pilot hatte zuvor lediglich einen kurzen Rundflug angemeldet und sei bald wieder erwartet worden, sagten Fliegerkollegen. Hilflos hatten Augenzeugen  dann mit ansehen müssen, wie das senkrecht nach unten gerichtete Flugzeug mit großer Gewalt am Rand einer Pferdekoppel einschlug. „Wenn ich nicht gewusst hätte, dass das ein Flugzeug war, hätte ich es auf den ersten Blick nicht erkannt“, erzählt ein Mann.

Der letzte tödliche Unfall im Zusammenhang mit einem einmotorigen Sportflugzeug, das in Kulmbach stationiert war, ist 42 Jahre her. Damals stürzte ein Flugzeug, das der örtlichen Luftsportvereinigung gehörte, im Stadtsteinacher Oberland ab. Der Pilot kam ums Leben.

In den vergangenen Jahren hat es am Flugplatz in Kulmbach einige Zwischenfälle in Verbindung mit Ultraleicht-Fliegern gegeben, die aber nicht als Flugzeug, sondern als „Sportgerät“ eingestuft werden. Darunter war auch der tödliche Absturz eines Piloten aus Siegen, der in Kulmbach landen wollte und mit seinem Ultraleicht-Flieger in eine Wiese knallte. Das Fluggerät fing  Feuer, der Pilot konnte auch  in diesem Fall nur noch tot geborgen werden.

Autor

 

Bilder