Kulmbach Inzidenzwert in den Haßbergen nun über 100

Inzidenzwert in den Haßbergen nun über 100 Quelle: Unbekannt

Das Landratsamt meldet einen weiteren Anstieg der Neuinfektionen. Die Gesamtzahl übersteigt nun die 500. In den Haßberg-Kliniken herrscht nun Besuchsverbot.

Kreis Haßberge - Wäre mit dem "Lockdown light" nicht die Corona-Warn-Ampel in Bayern abgeschaltet worden, der Landkreis Haßberge würde nun in kräftigem "Dunkelrot" leuchten: Erstmals hat die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis den Wert von 100 überschritten.

Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr hat das Gesundheitsamt im Landkreis Haßberge nunmehr 512 positiv auf Covid-19 getestete Personen notiert, Stand: Montag, 9. November, 14 Uhr. Damit steigt die Zahl der Neuinfizierten im Landkreis weiter deutlich an. Waren am vergangenen Freitag noch 464 Fälle gemeldet worden, davon 120 "aktiv", mussten übers Wochenende bereits insgesamt 499 vermerkt werden. Am Montag nun meldete das Landratsamt in Haßfurt den neuen Höchstwert von 512. Da auch immer wieder Menschen als wieder genesen registriert werden (375 Personen sind es aktuell, sechs sind leider verstorben), liegt die Zahl der aktuell Infizierten mit 131 nur wenig höher als die Zahl vom Freitag, und doch: Der neue Wert vom Montag bedeutet Warnstufe "Dunkelrot" Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Landesamt für Gesundheit (LGL) nun mit 101,92 über der Hundertermarke.

"Dunkelrot" sind aktuell in Bayern nahezu alle Landkreise und kreisfreien Städte: Nur noch sieben von insgesamt 96 lagen am Montag unter dem Warnwert von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, wie beim LGL nachzulesen war. Und auch wenn der "Lockdown light" die Ampel-Reglung in Bayern für den gesamten November außer Kraft gesetzt hat - seit dem 2. November gelten landesweit die bereits jetzt für Gebiete mit einer Inzidenz größer 50 geltenden Maßnahmen, also Ampelfarbe "Rot" - bedeutet der erneut erhöhte Inzidenzwert und das Knacken der Hundertermarke erhöhte Aufmerksamkeit. Vier stationäre Behandlungen im Krankenhaus hatten die Behörden vor dem Wochenende gemeldet, mittlerweile berichtet das Gesundheitsamt von acht Fällen, deren stationäre Aufnahme in der Klinik notwendig geworden ist.

Aufgrund der steigenden Inzidenzwerte im Landkreis hat der Krisenstab der Haßberg-Kliniken nun ein generelles Besuchsverbot beschlossen. "Unsere Krankenhäuser in Haßfurt und Ebern sind besonders geschützte Bereiche", erklärt Vorstandsvorsitzende Dr. Vera Antonia Büchner: "Um Kontakte zu minimieren und Patienten sowie Mitarbeiter bestmöglich zu schützen, kommen wir leider um ein generelles Besuchsverbot nicht herum."

Ausnahmen gelten nur für werdende Väter, die bei der Entbindung dabei sein dürfen, sowie für Schwerstkranke und Patienten am Lebensende. Büchner: "Hier sind Besuche nach Rücksprache mit dem zuständigen Arzt möglich."

131 Frauen, Männer und Kinder gelten aktuell als ansteckend, in häuslicher Isolation befinden sich insgesamt 562 Personen. Wie der Blick auf die am Wochenende veröffentlichten Gemeindezahlen zeigt, gibt es keinen Markt, keine Gemeine und keine Stadt im Landkreis, die coronafrei geblieben ist. Bei 512 registrierten Corona-Fällen seit Beginn der Pandemie unter rund 85 000 Landkreisbürgern hat sich mittlerweile grob gerundet jeder 166. angesteckt - wie hoch die Dunkelziffer ist, lässt sich schwer einschätzen.

Das stark erhöhte Infektionsgeschehen im Landkreis hat nichts mit den Hofheimer Senioreneinrichtungen St. Martin und St. Anna zu tun. Im Zuge der vorsorglich durch den Caritasverband für den Landkreis Haßberge veranlassten Reihentestungen von Mitarbeitenden und Bewohnern waren im Altenservice-Zentrum Sankt Martin vier Mitarbeitende und in der Hausgemeinschaft Sankt Anna ein Bewohner positiv auf das Virus SarS-CoV2 getestet worden (die Neue Presse berichtete ). Am Donnerstag wurden dann alle rund 150 Mitarbeiter und die übrigen 102 Bewohner erneut zum Test gebeten. Am Samstag dann die Entwarnung: Das Gesundheitsamt informierte die Einrichtung darüber, dass die Ergebnisse der ersten Testrunde der Mitarbeitenden sowie Bewohnerinnen und Bewohner der Hofheimer Einrichtungen auf das Coronavirus allesamt negativ ausgefallen sind. "Natürlich sind wir erst einmal erleichtert über dieses Resultat", gesteht Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge. "Aber wir alle wissen ja auch um die Komplexität der Diagnostik. Nun folgen die notwendigen zweiten Tests. Deren Ergebnisse sind nicht weniger wichtig."Ab Mittwoch, 11.November, folgt der zweite Testdurchgang. Bis die Ergebnisse der zweiten Testreihe vorliegen, bleibt das Besuchsverbot für das Caritas Altenservicezentrum St. Martin und die Caritas Hausgemeinschaften St. Anna, Hofheim, bestehen. Für den Besuch von Bewohnerinnen und Bewohner in der Sterbephase gibt es laut Caritas kontrollierte Ausnahmen.

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Fragen zum Coronavirus im Landkreis beantworten die Mitarbeiter des Bürgertelefons von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr sowie am Freitag von 9 bis 12.30 Uhr unter 09521/27-600r.

Wer sich im "Bayerischen Testzentrum" in Wonfurt testen lassen möchte, muss sich vorher anmelden: über die Homepage des Landkreises (www.hassberge.de) oder von Montag bis Freitag zwischen 9 und 13 Uhr unter 09521/27-720.

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