Die Stimmung ist schlecht, hält Matthias Greiner gar nicht erst weiter mit der Schilderung momentaner Lage hinter dem sprichwörtlichen Berg. Zur Einweihung der Kläranlage war der Geschäftsführer des Tiefbauunternehmens STL auf Landtagsmitglied Beate Meißner (CDU) zugegangen und Gesprächsbedarf angemeldet. Wenige Wochen später stehen beide auf den Hof des Unternehmens in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße vor einem azurblauen Container. „Das ist unsere Ad blue-Tankstelle“, erläutert Ingenieur Greiner. Bis Februar reiche der Vorrat des Katalysators noch, wenn auch die Liter-Preise von 20 Cent mittlerweile auf über einen Euro hochgeschnellt seien. Das Problem, nur zwei Werke liefern Ad blue in Deutschland, die aber Gas als Prozessstoff benötigen und denen aufgrund der aktuellen Situation wegen Gasmangels die Produktionseinstellung drohe. Was danach kommt? „Wir müssten dann unsere Baumaschinen umprogrammieren“, erläutert Greiner. Will heißen, die Motoren auf Betrieb ohne Katalysator umstellen. Schön sei das nicht, denn der Katalysator solle ja die Umwelt schonen, aber irgendwann müsse man sich dann entscheiden, wenn es irgendwie weitergehen soll. Indessen brauche es da auch einmal Signale von der Regierung in Berlin, die es aber schlicht nicht gebe, murrt der Unternehmer.