Nur ein laues Lüftchen soll die Protestwelle gewesen sein, die 2022 als „heißer Herbst“ vor allem von AfD und Linkspartei angekündigt worden war. Zu diesem Ergebnis kamen Verfassungsschutz und jüngst auch Wissenschaftler. Gemessen am Nachbarland Frankreich, wo beim Protest gern Barrikaden errichtet und Reifen angezündet werden, scheint es in Deutschland beim Demonstrieren zivilisiert zuzugehen. Die neue Statistik zur politisch motivierten Kriminalität spricht indes eher dafür, dass es in Thüringen doch so etwas wie einen heißen Herbst gab. Dem von Innenminister Georg Maier (SPD) vorgestellten Bericht zufolge stieg nämlich die Zahl der Straftaten, die aus politischen Beweggründen verübt wurden, auf einen Höchststand. Die Polizei stellte 3156 derartige Delikte fest. Sie reichen von schwerer Körperverletzung über Beleidigung bis Nazi-Propaganda. Nie zuvor seit 2002 wurde eine derart hohe Zahl gemessen. Im Vorjahr waren es 2770 Straftaten, im Jahr der Corona-Lockdowns 2020 nur 2095.
Kriminalstatistik in Thüringen Es gab doch einen heißen Herbst
Eike Kellermann 29.03.2023 - 18:52 Uhr