Kriminalstatistik Deutlich weniger Diebstähle

Gelegenheit macht Diebe – diese Volksweisheit wird von der aktuellen Kriminal-Statistik für Südthüringen bestätigt. Vor allem die Zahl der Ladendiebstähle ging während des Lockdowns zurück.

Die Zahl der Straftaten in Südthüringen ging zurück. Foto: imago

Längere Zeit geschlossene Geschäfte und eine begrenzte Zahl von Kunden in einem Ladenlokal – diese Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich jetzt auch in der Südthüringer Kriminalstatistik für das vergangene Jahr. So ging die Zahl der Diebstähle, die im Bereich der Landespolizeiinspektion (LPI) Suhl erfasst wurden, insgesamt von 3662 im Jahr 2020 auf 2908 im vergangenen Jahr zurück, wie LPI-Chef Wolfgang Nicolai am Montag informierte.

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Den Angaben zufolge wurden in den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen, der Stadt Suhl und dem Wartburgkreis zusammen 604 Ladendiebstähle erfasst – das seien 295 Fälle weniger als noch im Jahr zuvor. Laut Nicolai fällt auf, dass der Anteil von Tatverdächtigen, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, hier bei 40,2 Prozent liegt – das seien 6,1 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2020. „Die vollen Geschäfte hier wecken offenbar Begehrlichkeiten“, so der Polizeichef. Wobei dies eben auch bedeute, dass immer noch klar mehr als die Hälfte der Ladendiebe in der Region Deutsche seien. Zudem rechnet die Polizei mit einer gewissen Dunkelziffer – offenbar werde nicht jeder Diebstahl von den Ladenbetreibern angezeigt.

Der Landkreis Sonneberg gehört zur LPI Saalfeld und der Ilm-Kreis zur LPI Gotha – aber auch hier sind in den Statistiken ähnliche Tendenzen zu verzeichnen.

Einen Rückgang zeigen die Zahlen der Suhler Polizei auch bei den Wohnungseinbrüchen. Hier sank die Zahl der gemeldeten Einbrüche von 87 auf 83 – im Jahr 2018 waren noch 148 Einbrüche erfasst worden. Gut ein Drittel (36,1 Prozent) der Wohnungseinbruchsdiebstähle wurden aufgeklärt, 38 Tatverdächtige seien ermittelt worden.

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei den Einbrüchen liegt laut Statistik bei 34,2 Prozent – nach 16,7 Prozent im Jahr davor. Nicolai erinnerte in dem Zusammenhang an die Häufung von Einbrüchen in der Umgebung der Erstaufnahme-Einrichtung des Landes für Flüchtlinge in Suhl Anfang 2021. Mit deutlicher Polizeipräsenz – mehrere Beamte sind dauerhaft in dem Heim stationiert – sei es gelungen, hier entgegen zu wirken und wieder für Sicherheit zu sorgen.

Auch bei den sogenannten Rohheitsdelikten, also Raubüberfällen, allen Arten von Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Bedrohung oder Stalking, zeigt die regionale Polizei-Statistik einen Rückgang von 2541 auf 2060 Delikte auf. Dies betreffe insbesondere die Körperverletzungen (1309 Fälle, 381 weniger als 2020) – was durchaus auch daran liegen könnte, dass viele Volksfeste durch Corona ausgefallen sind, wo besonders unter Alkohol schon mal die Fäuste oder auch Bierkrüge fliegen, wie Nicolai sagte.

Die Statistik weist nach Angaben des Polizeichefs die Region weiterhin als eine der sichersten in ganz Deutschland aus. Die sogenannte Häufigkeitszahl – die Zahl der Straftaten umgerechnet auf 100 000 Einwohner – liegt bei 4555, nach 5053 im Jahr 2020. Bundesweiter Durchschnitt war in den vergangenen Jahren um die 7000.