Thüringen Richter wegen Kinderpornos angeklagt

, aktualisiert am 31.07.2026 - 16:50 Uhr

Ausgerechnet bei einem in Thüringen tätigen Richter sollen Millionen Dateien mit Kinderpornos und Missbrauchsdarstellungen gefunden worden sein. Sitzt er bald auf der Anklagebank?

Bei einem Richter sollen über 1,8 Millionen Dateien mit kinder- und jugendpornografischen Darstellungen gefunden worden sein - er ist nun angeklagt. (Symbolbild) Foto: Arne Dedert/dpa

Nach dem Fund von über 1,8 Millionen Dateien mit Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern auf seinen Geräten wird sich ein Richter möglicherweise bald auf der Anklagebank wiederfinden. Der 62-Jährige lebe in Niedersachsen, vorgeworfen werde ihm der Besitz von kinder- und jugendpornografischen Schriften, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Hannover.

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Der angeklagte Richter ist  in Thüringen tätig, die Anklage wurde Ende Mai erhoben. Berichten zufolge soll er am Verwaltungsgericht Weimar und als Vize-Mitglied des Verfassungsgerichtshofes tätig gewesen sein. Zuletzt habe er am Sozialgericht Nordhausen gearbeitet.

Justizministerin Beate Meißner (CDU) teilte am Freitag mit, dass sie den Mann sofort  nach Bekanntwerden der Vorwürfe  vom Dienst suspendiert habe, „um Schaden für die Thüringer Justiz abzuwenden“, berichtete die "Thüringer Allgemeine".  Das sei vom Dienstrecht gedeckt. Sie verwies der Zeitung zufolge darauf, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung für den Beamten gelt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover sagte, der Mann sei auf freiem Fuß, Haftgründe lägen nicht vor. Die Ermittlungsbehörden hätten den Fall nach entsprechender Mitteilung aus den USA vom "National Center for missing and exploited children" ins Rollen gebracht. Bei einer Durchsuchung seien rund 1,7 Millionen kinderpornografische und etwa 150.000 jugendpornografische Dateien gefunden worden, diese enthielten schweren sexuellen Missbrauch an Säuglingen und Kindern. 

Laut "Bild" sollen die Dateien auf fast 40 Festplatten, Datensticks und Laptops verteilt gewesen sein. Der Anwalt des Mannes sagte der Zeitung: "Mein Mandant äußert sich gegenwärtig nicht zur Sache."