Kriminalität im Netz Bayerische Cybercrime-Spezialisten kooperieren mit Interpol

Die bayerische Zentralstelle Cybercrime kooperiert auch mit Interpol. (Symbolbild) Foto: Nicolas Armer/dpa

Die bayerische Zentralstelle Cybercrime verfolgt Straftäter in aller Welt. Nun wird die Zusammenarbeit mit Interpol verfestigt.

 
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München/Bamberg (dpa/lby) - Die bayerische Zentralstelle für Cybercrime intensiviert ihre Zusammenarbeit mit der internationalen Polizeiorganisation Interpol. Justizminister Georg Eisenreich (CSU) und Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock unterzeichneten deshalb in München eine Kooperationsvereinbarung. 

Cyberkriminalität mache nicht vor Ländergrenzen halt, erläuterte Eisenreich. Fast alle Verfahren der Zentralstelle hätten internationale Bezüge. Die Vereinbarung sei ein wichtiger Schritt, um das Netzwerk der Strafverfolgung enger zu knüpfen "im Kampf gegen transnational operierende kriminelle Netzwerke", sagte Stock laut Mitteilung.

Regelmäßig entsendet die Zentralstelle mit Sitz in Bamberg schon jetzt Staatsanwältinnen und Staatsanwälte an das Interpol-Generalsekretariat in Lyon und nach Singapur ins Kompetenzzentrum gegen Cyberkriminalität.

Die Ziele der jetzt fixierten Kooperation sind der gemeinsame Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität im Netz, besonders in der Wirtschafts- und Finanzwelt.

Betrugsfabriken in Südostasien

In München berichtete die Staatsanwältin Barbara Krüll von der Vernehmung eines Mannes, der von Bangladesch nach Deutschland ausgeflogen worden war und ausführlich zu dem Vorgehen bei einer speziellen Form des Cybertrading-Betrugs Stellung genommen hatte. 

"Wir sind froh, dass wir durch die Vernehmung eines Insiders einen inneren Blick in diese Strukturen bekommen konnten, und werden unsere Ermittlungen darauf aufbauen und weiter fortführen, um nicht nur deutsche Opfer vor finanziellen, aber auch psychischen Schäden zu beschützen, sondern auch gemeinsam mit unseren internationalen Partnern den verschleppten Personen vor Ort helfen zu können", sagte Krüll.

Bei diesem speziellen Cybertrading-Phänomen werden nach Behördenerkenntnissen in südostasiatischen Betrugsfabriken zahlreiche Menschen dazu gezwungen, Fake-Profile im Internet anzulegen, um Nutzern aus aller Welt Geld abzunehmen. Das Vorgehen: Zunächst wird Vertrauen aufgebaut, es werden in Chats Gefühle vorgespielt - und schließlich werden die Opfer dazu gebracht, Geld zu investieren. Meist werden sie bei dieser Betrugsmasche um ihr komplettes Erspartes gebracht.

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