Schließen Israel und der Libanon jetzt Frieden?
Die Frage eines dauerhaften Friedensabkommens hängt von vielen Faktoren ab. Allein die jüngsten Gespräche auf politischer Ebene haben im Libanon für Unruhe gesorgt. Vieles hänge nun vom Erfolg des Hisbollah-Entwaffnungsprozesses in dem Land ab, sagte Young. "Wir müssen abwarten, wie die Armee vorgeht, ob sie überhaupt dazu in der Lage ist." Die libanesische Armee wurde mit der Entwaffnung beauftragt. Vieles sei noch unklar. Sollte Israel den Libanon nicht in der Lage sehen, die Hisbollah zu entwaffnen, würde der Krieg fortgesetzt werden, sagte Young.
Wie ist die Stimmung im Libanon und in Israel?
In den mehr als sechs Wochen Krieg wurden rund 1,2 Millionen Menschen im Libanon vertrieben. Rund 2.200 Menschen wurden nach Behördenangaben im Libanon im Krieg getötet. Trotz einer Warnung des israelischen Militärs an die Bewohner im Libanon, sich nicht südlich des Litani-Flusses, etwa 30 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt, zu begeben, machten sich am Morgen bereits Tausende Menschen auf den Weg in ihre südlichen Heimatorte. Im Südlibanon, in der Bekaa-Ebene im Osten und in den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut herrscht großflächige Zerstörung. Viele trauen der aktuellen Feuerpause aber auch nicht und wollen vorerst nicht zurückkehren.
Auch in Israel glauben viele Menschen, dass der Krieg weitergehen könnte, solange die Hisbollah nicht entwaffnet wird. Laut aktuellen Angaben der israelischen Armee feuerte die Hisbollah in den vergangenen Wochen mehr als 8.000 Raketen, Mörsergranaten und Drohnen auf Israel. Vor Beginn der Waffenruhe hieß es noch, es seien mehr als 6.500 gewesen. Dabei gab es auch in Israel immer wieder Verletzte und auch Tote. Vertreter aus nordisraelischen Orten sagten nach Verkündung der Waffenruhe, die Bewohner des Nordens fühlten sich "verraten".