Aktuell leben 143 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit im Ilm-Kreis. Die Flüchtlingszahlen waren nach zwei Jahren mit eher geringem Zuwachs (2019: 143, 2020: 158) im letzten Jahr auf 253 angestiegen. 2022 kamen bisher 55 Flüchtlinge im Ilm-Kreis an. Laut Petra Enders in den letzten Tagen auch erste Menschen aus der Ukraine.
Solidaritätskundgebung
Nicht nur die ganz praktische Hilfsbereitschaft der Menschen im Ilm-Kreis ist groß, auch die Forderungen nach einem sofortigen Ende des Kreises in der Ukraine sind es. So ruft das Bündnis für Demokratie Ilmenau für Montag, 7. März, um 19 Uhr zur Kundgebung auf dem Marktplatz auf, um Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu bekunden. „An der Fassade unseres Rathauses weht die Fahne der ‚Mayors for Peace‘, denn Ilmenau ist eine friedliche Stadt, Ilmenau ist weltoffen und Ilmenau ist solidarisch. Ilmenau verurteilt den Angriff auf die Ukraine. Wir sind wütend, bewegt und in Sorge, wir sind traurig, entsetzt und fassungslos – und wir fordern entschlossen: Schluss mit dem Krieg in der Ukraine!“, heißt es in der Ankündigung.
Auch in Arnstadt überlegt die Stadtverwaltung nach der spontanen Friedensandacht am Dienstag weitere Aktionen. Das Bedürfnis der Menschen, über ihre Sorgen, Ängste und Nöte zu reden, sei groß, sagte Frank Spilling. Das habe man an diesem Abend gemerkt. Die evangelische Kirchgemeinde lädt immer mittwochs 18 Uhr zum Friedensgebet in die Bachkirche. Dort werden auch Sachspenden angenommen.
Die Linke hatte am Donnerstagnachmittag zu einer Friedenskundgebung am Arnstädter „Rufer“ geladen. Man verurteile „den völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine“ aufs Schärfste, sagte Kreisvorsitzender Thomas Schneider. „Wir stellen uns gegen diesen Angriff und lehnen jeden Krieg als Mittel der Politik ab. Sicherheit und Unabhängigkeit der Ukraine müssen wieder hergestellt werden“
Kritik gab es aber auch an der NATO und deren Aufrüstung. Schneider forderte: „Wir müssen aus der Eskalationsspirale ausbrechen, von ihr profitieren nur die Rüstungskonzerne. Es braucht einen Politikwechsel für gewaltfreie Konfliktlösung.“
Linke-Landtagsabordnete Donata Vogtschmidt kritisierte die geplanten 100 Milliarden Rüstungsausgaben. Dieses Geld sei über Nacht da gewesen, aber für eine Milliarde Pflegebonus habe man ein Jahr lang kämpfen müssen.
Einig waren sich alle Redner in ihrer Forderung nach einem sofortigen Kriegsende, aber auch in der nach einer friedlicheren Welt ohne Waffen.