"Wie ich mich wärme? Zwei Paar Socken, dicke Strumpfhosen, Fellweste, zwei Pullover und ein Unterhemd", erzählt sie. In ihrem kleinen Schlafzimmer erzählt sie: "Ich ziehe mich an und habe drei Decken. Und noch Wärmeflaschen."
Zum Wärmen steht immer ein kleiner Wassertopf mit Deckel auf einer klein gedrehten Gasflamme. "Gestern hab ich in einem Topf Wasser erhitzt, in einem Eimer gemischt und mich gewaschen", sagt sie.
Eingefrorene Wasserrohre, Biotoiletten und hilflose Behörden
Am südlichen Stadtrand im Stadtteil Teremky ist nach dem Ausfall der Heizungen der Notfall eingetreten. "Bei uns sind die Wasserrohre eingefroren", erzählt ein Mann, der ebenfalls Mykola heißt. Er trinkt Tee in einem Aufwärmzelt und wartet auf die Essensausgabe. "Das Haus hat Betonwände, und alles ist ausgekühlt. In der Verwaltung hat man uns gesagt, dass sie keine Leute für die Reparatur haben", sagt er.
Neben dem Zelt gibt es eine Biotoilette. Passanten erzählen, dass das viel besser sei als im Sommer, wenn sie für die Notdurft in den Park gegangen seien. Brauchwasser holen die Anwohner aus Brunnen, wie es sie in den meisten Stadtteilen gibt, und tragen es selbst in ihre Wohnungen hoch.
Für die Zukunft hat Mykola nur einen Wunsch: "Dass der Krieg zu Ende geht." Seine Tischnachbarn stimmen ihm zu. "Wir haben kein Wasser, keine Heizung. Allen Häusern geht es gleich. Nichts ist gut hier, niemand macht was", sagt eine Frau. Bis zum meteorologischen Frühlingsbeginn und damit steigenden Temperaturen bleibt nur noch etwas mehr als eine Woche. Zumindest dann ist etwas Linderung für die kriegsmüden Menschen in Aussicht.