Eigentlich, sagt Hans-Joachim Wiesner, habe er nie gedacht, dass sein mit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine selbst gebauter Zeitungsständer überhaupt voll wird. Eine aktuelle Tageszeitung von jedem Kriegstag wollte er daran sammeln und so die Dauer des Krieges nicht nur nachrichtlich, sondern auch optisch dokumentieren. Am 24. Februar 2026 hat der Doppelstapel aus Freies Wort und Bild-Zeitung die oberste Kante des aus Brettern und Leisten gezimmerten Gestells erreicht. Und der Krieg geht weiter. Geht ins fünfte Jahr. Ohne Aussicht auf ein Ende. „Ein Wahnsinn“, sagt der 87-Jährige, der in der Lessingstraße seit den 1990er Jahren ein privates Museum für Zeitgeschichte betreibt und dort neben unzähligen Devotionalien aus allen möglichen Epochen auch die letzten original erhaltenen Aluminium-Fassadenstücke des einstigen Centrum-Warenhauses Suhl verwahrt.
Krieg als Museumsobjekt in Suhl Papierner Zeitanzeiger des Ukraine-Kriegs
Georg Vater 27.02.2026 - 17:04 Uhr