Wie ist die Haltung Teherans?
Der Iran ist zu weiteren technischen Diskussionen über eine Lösung bereit, sobald die USA das Recht des Landes auf ein eigenständiges Atomprogramm akzeptieren. Teheran würde dann die Zusammenarbeit mit der IAEA wieder aufnehmen. Der Iran könnte dann laut Außenminister Abbas Araghtschi das hochangereicherte Uran etwa unter Aufsicht der IAEA verdünnen. Das Problem: Da der Iran seine modernen Zentrifugen behalten will, könnte das Material theoretisch jederzeit wieder auf ein waffenfähiges Niveau angereichert werden.
Eine zweite, von Fachleuten als wirksamer beschriebene Methode, ist, das Material in einem Drittland zu lagern, zu verarbeiten oder in weniger sensibles Material umzuwandeln. Russland hat angeboten, das im Iran angereicherte Uran zu übernehmen. Teheran soll sich jedoch gegen diesen Transfer stellen.
Wozu raten Experten?
Citrinowicz warnt davor, dem iranischen Machtapparat die Kontrolle über das angereicherte Uran zu belassen. Das schlechteste Szenario wäre aus seiner Sicht ein Rückzug der USA aus der Region bei gleichzeitiger Abhängigkeit von Geheimdienstinformationen zur Überwachung des Programms. Dies könne dazu führen, dass der Iran innerhalb kurzer Zeit einen Atomtest durchführe. Selbst ein Abkommen, das die iranische Führung politisch stärke, sei daher vorzuziehen, wenn es die Uranbestände wirksam begrenze oder aus dem Land bringe. Auch Grossi hat eine dauerhafte diplomatische Lösung gefordert – denn ungelöste Detailfragen zum iranischen Uran könnten zu einem weiteren militärischen Konflikt führen, warnte er.