Kreispokal in Schalkau Mit der linken Klebe ins Halbfinale?

Warum das Weiterkommen des SV Schleusegrund Schönbrunn beim Kreisoberliga-Aufsteiger FC Blau-Weiß Schalkau mitnichten eine Selbverständlichkeit ist.

Mit dem linken Fuß getroffen: Robin Greiner gönnt sich einen Schluck Wasser. Foto: Ulrich Hofmann

Das Pokalviertelfinale wurde am Ostersonntag mit der Begegnung zwischen den Teams aus Schalkau und Schönbrunn eingeleitet. Ein einziger Treffer entschied die Begegnung der beiden Kreisoberligisten. Das goldene Tor markierte der Torschütze vom Dienst, Robert Greiner, zu Beginn der Schlussviertelstunde.

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„Ein Blick auf die Tabellenstände und die heutigen Aufgebote der beiden Kontrahenten sprechen eine deutliche Sprache“, so lautete die Einschätzung von Schalkaus Abteilungsleiter Mirko Jakob zu Spielbeginn. Im Hinterkopf hatte er dabei auch, dass mit Jannik Träger, dem besten Torschützen der Schalkauer, sowie Henrik Vogel zwei wichtige Akteure gesperrt waren.

Sonnenschein und 16 Grad waren die äußeren Umstände. Die Bedingungen – mit einem starken und teilweise auffrischenden Wind und die schweren Platzverhältnisse mit einem recht unebenen Geläuf – waren dagegen keine guten Voraussetzungen. Das Spiel passte sich aber diesen widrigen Gegebenheiten an. Doch was war eigentlich leichter? Mit dem Wind im Rücken oder gegen den Wind zu spielen? Beides war definitiv gleich schwer – zumindest in diesem Fall beim Aufeinandertreffen zwischen dem Elftplatzierten aus Schalkau und dem Tabellenzweiten aus Schönbrunn.

Greiners (Hinter)Kopfball

Bei keinen Möglichkeiten auf dem Platz gab es natürlich auch keine Treffer. In der ersten halben Stunde gab es gar keine Einschussmöglichkeiten – auf beiden Seiten. Dann war es endlich soweit: Nach Zuspiel von Nils Großer hatte der Schönbrunner Patrick Habedank jede Menge freien Raum und nur noch FC-Keeper Leon Baldauf vor sich. Bei seinem Abschluss landete der Ball aber an der Eckfahne. Wenig später ging der Abschluss von Nils Großer links am Tor vorbei. Und unmittelbar vor dem Pausenpfiff vom umsichtigen Referee Robert Schelhorn näherte sich das Leder beim Flankenversuch von Robin Greiner gefährlich Richtung Schalkauer Tor. Aber Baldauf war zur Stelle und klärte in höchster Not zur Ecke. Hier brachte Patrick Habedank das Streitobjekt nach innen. Der (Hinter)Kopfball von Greiner landete im Toraus. So sahen die Zuschauer eine bescheidene erste Halbzeit mit wenig spielerischen Elementen. Und nicht nur der herrschende Wind war hier ein Spielverderber.

Zu Wiederbeginn musste der rechte Knöchel von Robin Greiner mit Eis-Spray behandelt werden; er konnte aber weitermachen. Und der Trainerassistent Marko Thomasen mixte Traubenzucker in die neu aufgefüllten Wasserflaschen. Sollte dies helfen, das Spielniveau zu verbessern? Nicht wirklich.

Ein Treffer Marke „Tor des Monats“

Ein schneller Einwurf auf Kevin Volk und dessen Eingabe auf Yannik Mann sorgte nach dem Seitenwechsel für die erste Gelegenheit der Platzhirsche. Schalkau war nun besser im Match. In dieser Phase gab es sogar drei Eckbälle hintereinander für die Gastgeber.

„Jungs, wir müssen uns straffen und eine Schippe drauflegen“, motivierte der Mannschaftskapitän der Gäste, Hannes Gehring, seine Mitspieler. Und wenig später ging dann tatsächlich seine Mannschaft in Führung: Wer sonst als der aktuell beste Torschütze der Kreisoberliga sollte hierfür verantwortlich sein. Nach einem Einwurf in den Strafraum nahm Robin Greiner das Leder mit rechts an und zog mit seinem linken Fuß ab. Und das Tornetz wackelte. Wenig später hämmerte der Goalgetter einen Ball mit einer Marke „Tor des Monats“ ansatzlos mit links ins obere rechte Kreuzeck. Aber er stand hier wohl knapp im Abseits.

Schalkau versuchte in der Schlussphase alles, um doch noch zum Ausgleich zu kommen. Nach einem Freistoß von Jason Scheidemann war der Abschluss von Einwechsler David Schindhelm nicht ungefährlich. Mit Robert Schmid wurde auch der Libero aufgelöst. Er agierte nun als zusätzliche Sturmspitze, aber auch als weiterer Einwerfer von außen. Am Ergebnis änderte dies nichts mehr.

Stimmen der Kapitäne

Marvin Jakob (Schalkau):
Bei äußerst schweren Bedingungen haben beide Teams versucht, das Beste auf dem Platz daraus zu machen. Dies war mit Sicherheit nicht immer schön anzuschauen. Es war für beide Mannschaften nicht leicht. Auf dem Feld war die Begegnung recht ausgeglichen. Schönbrunn hatte am Ende etwas mehr Glück und natürlich mit Greiner einen Torschützen, der den Unterschied machte. Schönbrunn ist deshalb verdient weiter.

Hannes Gehring (Schönbrunn):
Wir haben gewusst, dass es hier sehr schwer werden wird. Das Geläuf hat sein Übriges dazu getan. Viel Fußball war hier nicht möglich. Wir haben es oft versucht. Aber die meisten Versuche sind wirklich fehlgeschlagen. Es war unter dem Strich ein ganz dreckiger Auswärtssieg für uns in Schalkau. Aber das nehmen wir so mit.