Bernd Beyer hockt wieder mal an einem seiner Lieblingsplätze. Der liebevoll hergerichtete, uralte Holzstuhl, davor ein rustikaler Tisch, der mindestens doppelt so viele Sommer durchlebt hat als der Schleusinger, der wohltuende Duft frisch gemahlenen Kaffees. Wenn die Sonne am frühen Mittag hinterm Gymnasium hervorbricht und durch das große Glasfenster des Reformlädchens in der Klosterstraße blinzelt, dann glänzen sogar die grauen Bartstoppeln des 54-Jährigen. Trotz seiner Erfahrung – als Kraftsportler, als lizenzierter Trainer und natürlich als Mensch – wirkt der mit Muskelfleisch bestens bestückte Kerl unsicher, blickt meistens auf den Dielenboden und trommelt unauffällig leise mit den Fingern seiner rechten Hand auf die Tischplatte, die die Takte eines Marschliedes zu erkennen glaubt und es geduldig erträgt.
Kraftdreikampf: Bernd Beyer aus Schleusingen Zwei Schicksalsschläge, ein Versprechen
Lars Fritzlar 13.05.2022 - 19:02 Uhr