Krach um Oberzentrum „Mehr Schaden als Nutzen“

Das Suhler Stadtzentrum. Foto: dpa/Martin Schutt

In die Rauferei um das künftige Südthüringer Oberzentrum steigen nun auch Kommunalpolitiker aus Zella-Mehlis in den Ring. Die von Akteuren aus Meiningen angezettelte und von Hildburghausen befeuerte Diskussion bringe mehr Schaden als Nutzen, meint der Zella-Mehliser Stadtrat Roland Hoffmann.

Zella-Mehlis - „Ich sehe schon wie die Akteure der benachbarten Oberzentren diese Rivalität und Missgunst feixend und genüsslich zur Kenntnis nehmen“, erklärte er im Namen seiner Fraktion. „Also viel Lärm um Nichts, der mehr schadet als nützt“, kommentiert Roland Hoffmann von der Stadtratsfraktion der Linken in Zella-Mehlis den Krach um das geplante Südthüringer Oberzentrum aus den Städten Zella-Mehlis, Suhl, Oberhof und Schleusingen. Zuvor hatten Sozialdemokraten aus Meiningen und der ehemalige Bürgermeister von Hildburghausen das Vorhaben scharf kritisiert.

Es handele sich um Bedenkenträger, die ein Projekt zu Grabe tragen wollen, bevor es überhaupt entwickelt werden könne, heißt es in einer Erklärung der Linke-Stadtratsfraktion. „Diesmal, wen wundert’s hier, aus der Meininger Ecke“. Das sei aber alles nichts neues. Während der erste Versuch 1995 keinen Eingang in die damalige Planungsregion Südthüringen gefunden habe, sei der zweite Versuch 2005 an den Grabenkämpfen der damals politisch führenden Akteure der Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und der kreisfreien Stadt Suhl gescheitert.

„Statt sich zunächst mit den sachlichen Fakten des von den vier Stadträten beschlossenen Regionalen Entwicklungskonzeptes auseinander zu setzen und die Chancen für die Planungsregion Südwestthüringen herauszuarbeiten wird eine Drohkulisse aufgebaut“, so Roland Hoffmann. Er sehe schon wie die Akteure der benachbarten Oberzentren diese Rivalität und Missgunst „feixend und genüsslich zur Kenntnis nehmen“.

Die Bevölkerungsgröße von 100 000 Einwohnern sei schon lange nicht mehr relevant und auch die regionale Planungsgemeinschaft Südwestthüringen sei bei den Expertengesprächen einbezogen worden, entgegnete Hoffmann den Bedenken aus der SPD-Kreistagsfraktion von Schmalkalden-Meiningen. Auch der gewerblichen Umsatz tauge nicht als Gegenargument: die Gewerbesteuereinnahmen pro Einwohner von Zella-Mehlis seien beispielsweise doppelt so hoch wie die von Meiningen.

„Ja, und wenn man zuerst das Konzept liest und sich dann äußert, wird man feststellen, dass bei den Handlungsfeldern die umliegenden verschiedenen Gebietskörperschaften sowie die Kultur- und Bildungseinrichtungen fest einbezogen werden“, so Roland Hoffmann aus Zella-Mehlis.

Die Einschätzung, dass der Städteverbund alleine das Potenzial besitze, die Funktion eines Oberzentrums wahrzunehmen, „entbehre jeglicher Realität“, hatte die Kreis-SPD am 1. Oktober erklärt.

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