Ob Kammermusik auf der Wartburg, Orchester- und Chorwerke mit den MDR-Ensembles oder Alte Musik in den Bach-Orten: Das sommerliche Festival bietet musikalische Vielfalt und eine besondere Atmosphäre.
Vom 18. Juni bis zum 3. September lädt der MDR-Musiksommer zum 31. Mal seine Fans zu hochkarätigen Konzerten zwischen Görlitz, Magdeburg und Meiningen. Das hiesige Publikum darf sich dabei auf elf musikalische Leckerbissen freuen.
Ob Kammermusik auf der Wartburg, Orchester- und Chorwerke mit den MDR-Ensembles oder Alte Musik in den Bach-Orten: Das sommerliche Festival bietet musikalische Vielfalt und eine besondere Atmosphäre.
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In Thüringen ist der Musiksommer mit der Kammermusikreihe „Konzerte auf der Wartburg“ vertreten. Hoch über dem Thüringer Wald musizieren im Festsaal etwa Sopranistin Olga Peretyatko und Pianist Semjon Skigin, das Schumann Quartett oder der Violinist Benjamin Schmid mit Gypsy-Jazz-Gitarrist Diknu Schneeberger. Auch die Pianistin Sophie Pacini gastiert auf der Wartburg, ebenso wie Cellist Alban Gerhardt mit Pianist Markus Becker. Das Besondere: Die jeweiligen Konzertprogramme sind eine Überraschung, alle Künstler haben vom Musiksommer eine „Carte blanche“ bekommen und werden ihr Programme am Konzertabend selbst erläutern.
Auch die Konzertreihe „Bachorte“ macht an fünf Orten in Thüringen Station. Liebhaber können dann zum Beispiel in Eisenach dem Barockorchester Gli Incogniti lauschen oder das Leipziger Vokalensemble Amarcord in Arnstadt erleben. MDR-Rundfunkchor und MDR-Sinfonieorchester widmen sich in Gotha unter der Leitung von Barockexperte Peter Dijkstra u. a. Kantaten und Motetten von Bach. Die Bachorte lassen sich mit „Bach by Bike“ auch im Rahmen einer mehrtägigen, geführten Fahrradtour erkunden.
Zudem ist der MDR-Rundfunkchor in Schmalkalden mit einem Schütz-Programm zu hören und das MDR-Sinfonieorchester kommt mit Orchesterwerken der Klassik nach Meiningen. Insgesamt veranstaltet der Musiksommer in diesem Jahr 50 Konzerte in Mitteldeutschland. Mit Klassik, Jazz und Crossover präsentiert das Festival internationale und heimische Größen sowie junge Talente. Prächtige Schlossanlagen, Kirchen und idyllische Parks werden zur Kulisse für eindrucksvolle Musikerlebnisse – in jener besonderen, sommerlichen Atmosphäre, die Künstler und Publikum gleichermaßen schätzen. Hier ein Überblick über die Konzerte im Süden Thüringens:
Wartburg (24. Juni | 19.30 Uhr)
Benjamin Schmid
Zum Auftakt der Reihe „Konzerte auf der Wartburg“ trifft Violinist Benjamin Schmid, österreichischer Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz, auf Diknu Schneeberger. Der Gypsy-Jazz-Gitarrist überzeugt mit perfekter Technik und energiegeladenen Improvisationen. Zu Schneebergers Trio gehören zudem Julian Wohlmuth (Rhythmus-Gitarre) und Martin Heinzle (Kontrabass).
Wartburg (8. Juli | 19.30 Uhr)
Schumann Quartett
Das Schumann Quartett, in dieser Saison Quartet in Residence der Londoner Wigmore Hall, erobert mit Energie, Spielfreude und Spontaneität den Wartburg-Palas. Bereits seit ihrer frühesten Kindheit spielen die drei Brüder Mark, Erik und Ken Schumann zusammen – mittlerweile vervollständigt Veit Hertenstein als Bratschist das Quartett.
Meiningen (Volkshaus)
8. Juli | 19.30 Uhr
Festival-Debüt 1
Der junge französische Geiger Mohamed Hiber stellt sich in Meiningen mit Mozarts Violinkonzert A-Dur vor. Am Pult des MDR-Sinfonieorchesters steht Marie Jacquot, die ein rares Werk im Gepäck hat: Die 1. Sinfonie der 1812 im mecklenburgischen Friedland geborenen Komponistin Emilie Mayer, zu Lebzeiten eine bekannte Komponistin. Außerdem erklingt Ravels impressionistische „Pavane pour une infante défunte“ in der Orchesterfassung.
Eisenach (Georgenkirche)
16. Juli | 19.30 Uhr
Bach-Konzerte
Die französische Barockviolinistin Amandine Beyer begeistert mit erfrischend neuen Interpretationen. Als Musikwissenschaftlerin widmet sie sich an diesem Abend bekannten sowie unbekannten Bach-Konzerten und Rekonstruktionen, etwa dem Konzert für Oboe, Violine und Streicher d-Moll (später BWV 1060). Mit ihrem Barockorchester Gli Incogniti interpretiert sie zudem Bachs 5. Brandenburgisches Konzert.
Gotha (Margarethenkirche)
17. Juli | 17 Uhr
Genius Loci
Barockexperte Peter Dijkstra dirigiert MDR-Rundfunkchor und MDR-Sinfonieorchester in Motetten und Kantaten von Mendelssohn und Bach mit der preisgekrönten Sopranistin Johanna Winkel. Anlässlich des 300. Geburtstags von Georg Friedrich Benda, einst Kapellmeister am Gothaer Hof, erklingt dessen ergreifende Sinfonia Nr. 11 F-Dur.
Arnstadt (Bachkirche)
21. Juli | 19 Uhr
Amarcord
Mit einem Programm, das aus Vergangenheit und Gegenwart Brücken zu Bach schlägt, kommt das Vokalensemble Amarcord nach Arnstadt. Die fünf ehemaligen Thomaner stehen für facettenreichen Klang und atemberaubende Homogenität. In der Musiksommer-Reihe „Bachorte“ treffen sie auf den niederländischen Blockflötenvirtuosen Erik Bosgraaf, der u. a. die Werke mit seinen Improvisationen verbindet und Bachs Partita a-Moll BWV 1013 für Flöte solo interpretiert.
Wartburg (6. August | 19.30 Uhr)
Alban Gerhardt
Für große Spontaneität und Originalität stehen die Interpretationen von Cellist Alban Gerhardt, der sich mit dem Pianisten Markus Becker zusammentut. Der gilt als virtuoser Jazz-Improvisator.
Wartburg (12. August | 19.30 Uhr)
Sophie Pacini
Die deutsch-italienische Pianistin Sophie Pacini wird u.a. Werke von Schubert im Festsaal der Wartburg spielen.
Rudolstadt (Heidecksburg)
14. August | 18 Uhr
Traum
Musikalisch-literarische Nachtstücke, die um Traum, Wahn und Wirklichkeit kreisen, sind auf der Heidecksburg zu erleben. In der Musiksommer-Reihe „Text und Musik“ trifft die junge Autorin Nina Heller auf Pianistin Sophie Pacini. Sie spielt u. a. Chopins Ballade g-Moll, Liszts technisch hoch anspruchsvollen „Gnomenreigen“ und Schuberts Impromptus (Nr. 2 und 4 aus den 4 Impromptus D 899).
Wartburg (20. August | 19.30 Uhr)
Olga Peretyatko
Für federleichte Koloraturen und atemberaubende Spitzentöne ist die russische Sopranistin Olga Peretyatko bekannt. Auf die Wartburg kommt sie zusammen mit Pianist Semjon Skigin.
Schmalkalden (Stadtkirche)
26. August | 18 Uhr
Schütz-Jubiläum 1
Anlässlich von Heinrich Schütz‘ 350. Todestag bringt der Rundfunkchor ein vielfältiges Programm nach Schmalkalden. Hier residierte während der sommerlichen Jagdsaison Landgraf Moritz von Hessen-Kassel, der Schütz schon als Kapellknaben an seinen humanistisch geprägten Hof geholt hatte. In der Stadtkirche stellt Dirigent Philipp Ahmann den Motetten aus Schütz‘ „Psalmen Davids“ und „Geistliche Chormusik“ auch Werke von Mendelssohn zur Seite. Auf ihren Instrumenten begleiten Mechthild Winter (Continuo-Orgel), Katharina Holzhey (Violoncello/Viola da Gamba) und Frank Pschichholz (Theorbe).
Konzertkarten sind telefonisch unter Tel. 0341/94676699, online unter mdr-tickets.de sowie an den Abendkassen erhältlich.