Konzert Protestant orgelt in katholischer Kirche für guten Zweck

Kirchenmusikdirektor Torsten Sterzik spielte beim Benefizkonzert die Orgel in der St. Leopold-Kirche. Foto: Swietek

Zu einem Benefizkonzert hat die katholische Kirchgemeinde der Kreisstadt eingeladen. An der Orgel: Der evangelische Kirchenmusikdirektor.

Hildburghausen - Dass in einer Kirche hin und wieder die Orgel erklingt, nicht nur zu den regelmäßigen Gottesdiensten, sondern auch zu besonderen Anlässen, ist nichts Ungewöhnliches. Doch das Benefizkonzert, zu dem die katholische Kirchgemeinde der Kreisstadt in die St. Leopold Kirche eingeladen hatte, macht da durchaus eine Ausnahme. Denn es konnte dafür Kirchenmusikdirektor Torsten Sterzik, der Kantor der Christuskirche und damit der evangelischen Kirchgemeinde, gewonnen werden. Wenn man so will, eine ökumenische Veranstaltung.

Dass sich Sterzik nicht lange bitten lässt, wenn jemand seine Mitwirkung wünscht, ist hinlänglich bekannt. Zwischen den beiden großen christlichen Kirchen gibt es ohnehin keine Berührungsängste. Der Kantor der Christuskirche hatte für seine Zusage gleich mehrere gute Gründe. Zum einen hat der historisch interessierte Musiker ein Faible für Jubiläen. Im bevorstehenden Monat Mai ist es genau 300 Jahre her, dass die heutige St. Leopold Kirche als Hugenottentempel erbaut wurde. Doch das Jubiläum kann wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht angemessen gefeiert werden. Das war für Sterzik Grund genug, wenigstens die Orgel in diesem Gotteshaus, das oft ein wenig im Schatten der großen Christuskirche steht, einmal erklingen zu lassen. Somit konnte er auch den evangelischen Orgelfreunden, die ja doch wohl seltener in eine katholische Kirche gehen, einmal ein anderes Instrument zu Gehör bringen.

Neben einigen Stücken von Komponisten aus der Region erinnerte Sterzik an zwei der Organisten, die hier in der St. Leopold Kirche über viele Jahre die Orgel erklingen ließen – an Richard Braungardt und Karl-Otto Sänger. Letzterer war viele Jahre Musiklehrer am neben der Kirche gelegenen Gymnasium Georgianum und hatte im Ehrenamt über mehrere Jahrzehnte hier die Orgel gespielt. Mit einer Komposition von Karl-Otto Sänger erinnerte Torsten Sterzik an den engagierten Musiker.

Dass der Kantor auf sein Honorar verzichtete, sei nur nebenbei bemerkt. Schließlich war dies als Benefizkonzert gedacht, und so sollte der Erlös auf den Spendentellern nicht noch verkleinert werden. Trotz der begrenzten Besucherzahl, die derzeit nur zugelassen werden konnte, waren es am Ende rund 160 Euro, die von der katholischen Kirchgemeinde an die Tafel von Hildburghausen übergeben werden konnten.

 

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