Konzert im CCS Heinos deutscher Liederabend

Das muss man ihm lassen: Sein Publikum lädt Heino persönlich zum Konzert. Am 30. Oktober wird er mit „Heino goes Klassik“ einen „deutschen Liederabend“ im CCS auf die Bühne bringen. Am Dienstag rührte er dafür in Suhl kräftig die Werbetrommel.

Heino am Dienstag im Atrium Foto: frankphoto.de/Karl-Heinz Frank

Die Leute sind ängstlich, sagt Heino. Trauten sich nach anderthalb Jahren Pandemie nur zögerlich wieder in Konzerthallen. Er versteht das, aber: „Kultur darf keinen Stillstand mehr haben.“ Er möchte nun „unbedingt raus“ mit seiner Tournee, erzählt er am Dienstag in Suhl. Eigentlich sollte „Heino goes Klassik“ schon im Frühjahr starten, eigentlich wollte er mit großem Orchester auf der Bühne stehen. Wie bei so vielen Künstlern wirbelte das Virus auch seine Pläne durcheinander. Nun aber zeigt sich Heino entschlossen, die insgesamt 19 Konzerte auf die Bühne zu bringen: „Noch einmal verschieben bringt nichts!“ Los- gehen soll es am 27. September im Leipziger Gewandhaus. Er will in Dresden, Bamberg und Gera singen – und am 30. Oktober auch in Suhl.

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Dass sich in diesen Zeiten Konzerthallen nicht mehr von alleine füllen, hat er längst gemerkt. Deshalb besucht er mit seinem Management selbst alle Spielorte vor der Tournee. „Man muss schon mithelfen, das geht nicht mehr von alleine“, sagt er in Suhl. Und auch, dass er sehr dankbar dafür wäre, würden die Menschen trotz kultureller Entwöhnung der letzten Monate in sein Konzert kommen. Dafür ist er bereit, mehr zu tun, als nur die Werbetrommel zu rühren. Gemeinsam mit seinem Management habe er ein flexibles Programm gestaltet, das sich den jeweiligen Hygiene-Regeln entsprechend anpassen lässt. Er könne, je nach dem, was im Oktober in Suhl erlaubt sein wird, mit oder ohne Pause auftreten. Und würde das CCS nur zu 25 Prozent ausgelastet werden dürfen, könnte sich Heino sogar vorstellen, zwei Mal hintereinander, mit einer Nachmittags- und Abendvorstellung, aufzutreten. Die Botschaft, die er gerne aussenden möchte, ist klar: „Wir werden, wenn wir dürfen, auf jeden Fall in Suhl spielen.“

Es wäre auch gewissermaßen Ironie der Geschichte, würde ausgerechnet Suhl ins Wasser fallen. Hier stand er schon oft auf der Bühne – als Gast verschiedener TV-Shows. Und hier begann er gleich nach der Wende auch seine allererste Tournee in den Osten der Republik: „Das war noch in der alten Stadthalle, ich erinnere mich gut“, erzählt er. Das ein oder andere seiner populären Lieder von damals wird er natürlich auch diesmal singen – „vom blauen Enzian bis zur schwarzen Barbara“.

Doch sie bilden nur einen Teil des Programms. „Heino goes Klassik“ heißt eben auch, dass sich Heino nach Volksliedern und Rock-Titeln mit klassischen Liedern ans Publikum wenden wird. „Schubert, Bach, Mozart, Tschaikowski und Brahms“, zählt er die Komponisten auf, aus dessen Schaffen er Titel ausgewählt hat. Neu sind die deutschen Klassiker für ihn nicht – schon in den Siebzigerjahren hat er sich sozusagen neben seinem eigentlichen Metier immer wieder auch mit Liedern u. a. der deutschen Romantik beschäftigt. sogar Operetten-Hits hat er bereits gesungen. Das Suhler Publikum darf daher neugierig sein auf sein Klassik-Programm, wird aber auch auf ziemlich populäre Rocktitel wie seine Rammstein-Coverversion „Sonne“ nicht verzichten müssen.

Das Risiko, mit einem über 30 Musiker großen Orchester aufzutreten wollte er aber nicht eingehen. Man wäre gemeinsam mit dem Tourbus unterwegs, würde sich nur einer zufällig mit dem Virus infizieren, wäre die ganze Tournee hinfällig. Nun tritt er in kleiner Besetzung auf. zusammen mit dem vielseitigen Franz Lambert (der mit der Wersi-Orgel und über 100 Alben), einem Gitarristen, einem Pianisten und Chorsängern. „Man wird keinen Unterschied in der Qualität der Musik merken“, versichert Heino.

Aber er hat auch noch den jungen, russischen Geiger und Echo-Klassik-Preisträger Juri Rewitsch im Gepäck. Auf ihn freut er sich besonders, den Rewitsch wird auf einer echten Stradivari-Geige spielen. Etwa den „Sturm“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ oder den „Hummelflug“ von Rimski-Korsakow. Und „Teure Heimat“, den Gefangenenchor aus Nabucco, den bieten Heino und Juri Rewitsch dann gemeinsam.

Auf dem Plakat zur Tournee ist Heino vor den Farben der deutschen Flagge zu sehen. Ganz bewusst habe er sich nach der Düsseldorfer Diskussion um seinen „deutschen Liederabend“ dazu entschlossen. „Ich finde es einfach unverschämt, wenn ich mich in Deutschland dafür entschuldigen muss, einen deutschen Liederabend zu machen“, sagt er.

Beflügelt habe ihn ein überwältigendes Echo nach der öffentlichen Debatte. Die ganze Aufregung sei albern gewesen, aber es sei gut, dass darüber geredet worden sei. Er glaube aber, dass die Diskussion darüber, was erlaubt sei in der deutschen Sprache, mehr spalte als zusammenführe. Und bleibt beharrlich: „Ich komme auf jeden Fall nach Suhl“ – zum klassischen deutschen Liederabend.

Karten für das Konzert am 30. Oktober gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung oder unter Tel. 03681/792413