Hardrockexplosion im CCS AC/DC-Sound lässt die Halle beben

Im großen Saal des CCS, in dem es meist mit Volksmusik a la Marianne & Michael, den Amigos oder Silbereisens Weihnachtsshows gesittet und gediegen zugeht, brannte Samstagabend die Luft. Die AC/DC-Coverband „We salute you“ heizte rund 700 Fans mächtig ein.

Rot leuchtende Teufelshörner auf den Köpfen vor der Bühne und zur Pommesgabel emporgereckte Hände haben im CCS eher Seltenheitswert. Die Symbole des Heavy Metal sind meist anders verortet als im großen Rund des Suhler Kulturtempels, der zumeist den Freunden von Volksmusik, Schlager und Klassik eine Heimstatt bietet als jenen, die es zumindest musikalisch gerne lauter und härter mögen. Die kamen am Samstagabend nach der Rolling-Stones-Coverband „Street Fighting“ aus Suhls Partnerstadt Würzburg voll auf ihre Kosten, als mit „We salute you“ (Wir grüßen euch“) eine wahrhaft nah am Original spielende Tributband der legendären australischen Hardrockband AC/DC den Saal rockte und zum Kochen brachte.

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Die erst seit 2017 bestehende Band mit internationalen Musikern, die schon zuvor in einigen der vielen AC/DC-Coverbands mitspielten, füllte die große Bühne mit einer actiongeladenen Liveshow, die der der großen Vorbilder Angus und Malcolm Young in nichts nachstand. Großen Anteil daran hat vor allem der aus England importierte Leadsänger Grant Foster, der vor allem die alten Titel mit Brain Johnson mit schön rauchiger Stimme so heiser-prägnant ins Mikrofon sang, dass sich die hohen Erwartungen der vielen eingefleischten AC/DC-Fans im Saal an die nach eigenen Angaben größte AC/DC-Tributeband der Welt durchaus erfüllten und nicht nur die Damen im Publikum in Verzückung versetzte. Dazu trug natürlich auch Leadgitarrist Kili bei, der in roter Schuluniform und mit dem legendären Hüpfschritt von Angus Young über die Bühne spurtete, als gäbe es kein Morgen.

Vor den rund 700 gut gelaunten und zum Feiern aufgelegten Fans im Saal lassen es die Vollblut-Rock’n’Roller an den Drums, einer Rhythmus- und einer Leadgitarre sowie am Bass – also genau jener Instrumentalbesetzung der Originalband – so richtig krachen. Und das im wahrsten Sinn des Wortes, denn beim Titel „We salute you“ ließen mehrere abgefeuerte Kanonen das CCS erzittern, während beim legendären „Hells Bells“ unter dem Jubel der begeisterten Fans die über der Bühne hängende, originalgetreue Riesen-Glocke zum Einsatz kam. Allein dieses Equipment füllte einen ganzen Lkw. Ihrem eigenen Anspruch, nicht nur wie AC/DC zu klingen, sondern auch die Originalshow darzubieten, wurde die vor einer beeindruckenden Marshall-Verstärkerwand und mit gigantischer Licht- und Tonanlage agierenden Band vollauf gerecht. Da brauchte es die zu Beginn von Grant Forster mehrfach wiederholte Aufforderung an die Besucher auf den Sitzplätzen, sich zu erheben („Stand up for Rock’n’Roll“) nicht – spätestens beim „Thunderstruck“ stand der ganze Saal geschlossen und sang lautstark mit.

Statt viele Worte zu verlieren, konzentrierte sich der Sänger auf die originalgetreue Interpretation der größten AC/DC-Kracher. Allerdings ließ er das Publikum immer mal wieder mit ein paar deutsch-englischen Sätzen an seiner Weltsicht teilhaben: „Today this world is shit, ist Scheiße“ ließ er in lässigem Ton etwa mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die aktuelle politische Situation in vielen Ländern wissen.

Das war’s dann aber auch schon mit Statements, die von der Band eher im musikalischen Bereich gesetzt wurde – und das mit Erfolg, wie die Reaktion der Fans vor allem bei den großen Krachern „High Voltage“ oder „Shot Down in Flames“ immer wieder bewies, bevor die für Augen und Ohren beeindruckende Show mit den Klassikern wie „Highway to Hell“ und „TNT“ in den von gewaltigen Hardrockklängen durchfluteten Saal vollends zu einer einzigen großen Hardrock-Party wurde und mit lautstark eingeforderten Zugaben wie „For Those About to Rock“ zu Ende ging.