Die Union scheint große Lust am Risiko, am Nervenkitzel zu haben. Kaum anders lässt sich erklären, dass Armin Laschet am Montagnachmittag vor die Presse trat, um mitzuteilen, dass er gerne die Kanzlerkandidatur annehme. Weil – und jetzt rieb man sich bei den Worten von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak die Augen – es „eine breite Unterstützung“ für Laschet gebe und „das Meinungsbild im Präsidium als auch im Bundesvorstand eindeutig“ sei. Es entsteht der Eindruck, dass die CDUler, weniger die CSUler, in den vergangenen Wochen in der oft kritisierten Polit-Blase, in einer Parallelwelt, verbrachten. Oder sie blenden bewusst aus, dass Armin Laschet etliche Fehleinschätzungen in der Corona-Bekämpfung tätigte, teilweise widersprüchliche Konzepte verfolgte, einige verunglückte Talkshow- und Interviewauftritte hinlegte und sogar einen öffentlichen Rüffel von Bundeskanzlerin Angela Merkel kassierte.
Kommentar CDU-Kanzlerkandidatur: Und die Wähler?
Marcel Auermann 12.04.2021 - 17:40 Uhr