US-Präsident Donald Trump führt einen Kulturkrieg gegen die liberale Elite im eigenen Land. Ganz im Sinne seiner Anhänger, die Akademiker grundsätzlich als abgehoben und weltfremd einschätzen. Trump will die Hochschullandschaft nach seinen Vorstellungen umbauen und verjagt mit seinem Feldzug Forschende wie auch ausländische Studierende aus dem einst so weltoffenen Land. Der Niedergang der Wissenschaftsmacht könnte für deutsche Universitäten eine Chance sein. Das hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt erkannt. Die Friedrich-Schiller-Universität in Jena beweist beispielsweise, dass auch in Thüringen herausragende Forschungsprojekte möglich sind. Auch die TU in Ilmenau genießt bei ausländischen Studierenden einen guten Ruf. Will Thüringen im Rennen um die klügsten Köpfe mithalten, dann sind zwei Voraussetzungen wichtig: Zum einen müssen die Hochschulen im Land ausreichend finanziert werden. Hier kann die Landesregierung zeigen, wie wichtig ihr der Wissenschaftsstandort Thüringen ist. Zum anderen muss sich das gesellschaftliche Klima ändern. Wer als Ausländer Angst vor Anfeindungen haben muss, wer sich nicht willkommen fühlen kann und wer diskriminiert wird, der kommt nicht nach Thüringen. Der geht lieber in den Westen. joerg.lessing@insuedthueringen.de