Kommentar zu Habeck Noch ist die Rechnung nicht da

Robert Habeck in Schleusingen Foto: dpa/Soeren Stache

Auf seiner Sommertour zeigt Robert Habeck starke Nerven. Die werden wir alle in der Gaskrise brauchen, meint unser Kommentator Markus Ermert.

Schon Ihre neue Strom- und Gasrechnung gesehen? Wahrscheinlich nicht. Die meisten Verbraucher zahlen noch Preise aus einer anderen Zeit. Sie haben eine Schonfrist, bis schwarz auf weiß dokumentiert ist, wie hoch die Kosten unserer Politik gegen die russische Aggression wirklich sein werden. Und zwar für jeden. Robert Habecks Sommertour gibt einen Vorgeschmack auf die Stimmung, die droht, wenn erstmals Zahltag ist. Noch ist er der zweitbeliebteste Politiker in Deutschland. Noch schätzt es die große Mehrheit, dass und wie er unbequeme Wahrheiten ausspricht, ihnen nicht aus dem Weg geht. Noch befürworten die meisten die Sanktionen gegen Russland, auch wenn sie eigene wirtschaftliche Nachteile bedeuten könnten. Noch wird Gas geliefert. Noch scheint die Ukraine zu retten zu sein. Noch ist es warm. Das Konto im Plus.

Aber schon jetzt zeigt ein gestandener Unternehmer klammheimliche Sympathie für Putins listigen Vorschlag, mit Nord Stream 2 den Gasmangel zu entschärfen. Schon jetzt nimmt Habeck den Hintereingang, um ein paar wütenden Querdenkern zu entgehen. Was passiert im Oktober, wenn sich mit der Umlage die Gaskrise erstmals wirklich in Millionen Geldbeuteln bemerkbar machen wird? Klar ist: Wir brauchen alle die starken Nerven, wie sie dieser Robert Habeck hat und auch von uns verlangt. Doch können wir das?

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