Manchmal hilft es nur noch, drastisch zu werden: Wie viele Kinder müssen erst ertrinken, bis die Politik reagiert und verlässliche Lösungen findet, um den Schwimmunterricht für alle Kinder abzusichern? Diese Frage stellt sich tatsächlich angesichts des aktuellen Hilferufs der Thüringer Schwimmbäder. Denn der hat deutlich gemacht, dass es nicht nur um wohliges Planschen im Erlebnisbad oder Wellness- und Gesundheitsanwendungen geht. Auch die sind wichtig, etwa für Kurorte und als wetterunabhängiges Angebot in Urlaubsorten. Aber eine ganz normale Schwimmhalle gehört eben auch zur Grundversorgung. Nicht gerade in jedem Dorf, aber vielleicht in akzeptabler Entfernung in der nächsten Stadt. Wo dann auch die Grundschulkinder zum Schwimmunterricht unkompliziert hinfahren können. Realität sind stattdessen lange Wartelisten für privat organisierte Schwimmkurse und viele Schulen, die den Unterricht nicht absichern können. Für die Kommunen gehört ein Schwimmbad im Ort zu den freiwilligen Aufgaben. Sprich: Schön, wenn Ihr es leisten könnt, aber Ihr müsst nicht. Denn solche Dinge sind immer die ersten, die dran glauben müssen, wenn es finanziell eng wird. Es bleibt wohl nur, das Thema zum Pflichtprogramm zu erklären – mit fester finanzieller Ausstattung.