Weder Geschäftsführung noch Aufsichtsrat hielten es für nötig, diese wichtige Personalie – wie sonst üblich beim Ausscheiden oder der Neueinstellung von Führungskräften – von sich aus öffentlich zu machen. Die Lokalredaktion sah das anders. Schließlich kennen viele Patienten den Kardiologen, einige verdanken seinen Fähigkeiten ihr Leben. Yilmaz gibt ein Interview, stellt dar, warum er vor acht Jahren nach Schmalkalden gekommen war, was er aufgebaut hat und warum er jetzt geht. Keine Vorwürfe oder Anschuldigungen gegen Personen oder Entscheidungsträger, keine Tatsachenbehauptungen, die journalistisch zwingend nachgefragt werden müssten. Atilla Yilmaz erzählt, dass er geht, weil er für sich und seinen Fachbereich keine Zukunft mehr sieht. Das darf er. Das ist seine Sicht. Die darf er in einem Land mit Meinungsfreiheit äußern, auch wenn er eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben hat.