Der Fachmann staunt und der Laie wundert sich. Oder reibt sich verwundert die Augen. 63 Millionen Euro Dividende will Thüringens Energieversorger Teag für das vergangene Jahr an seine Aktionäre ausschütten, also Thüringer Kommunen. Denn die hatten den Versorger vor Jahren ja von der Eon zurückgekauft. Der Kunde wundert sich deshalb, weil er in den vergangenen Monaten immer tiefer in die Tasche greifen musste für Strom und Gas. Auch bei der Teag. Er wundert sich auch deshalb, weil die Energieversorger so massiv geklagt hatten über ihre Situation, dass man eigentlich davon ausgehen durfte, dass Gewinne von diesen Unternehmen in der nächsten Zeit kaum zu erwarten sind. Doch weit gefehlt. Strom und Gas flossen in rauen Mengen, trotz aller Sparbemühungen von Wirtschaft und privaten Haushalten. Und sie flossen zu deutlich höheren Preisen. Der Gewinn, den die Teag damit einfuhr, lässt den Verdacht aufkommen, dass die Preise gar überhöht waren. Ja, Unternehmen sind dazu da, Gewinn zu machen. Doch ein Energieversorger in kommunaler Hand könnte seine Daseinsfürsorge auch anders zum Ausdruck bringen als mit Dividendenausschüttung. Wie wäre es mit einer Rückerstattung an die Kunden? Man wird ja noch träumen dürfen. jolf.schneider@insuedthueringen.de