An Thüringen und den Waldzustandsbericht hat der Wanderdichter Joseph von Eichendorff wahrscheinlich nicht gedacht, als er vor 200 Jahren reimte: „Deutsch Panier, das rauschend wallt, lebe wohl. Schirm dich Gott, du schöner Wald!“ Zu seiner Zeit war der Wald ähnlich gerupft wie heute: Kriege, Heiz- und Baubedarf übernahmen damals die Rolle, die heute der Borkenkäfer hat. Das Ergebnis war das gleiche: kahle Berge. Der Tourismus kam erst am Ende von Eichendorfs Jahrhundert auf. Zahlreiche Aussichtspunkte erinnern an diese Pionierzeit. Wer sie im Schweiße seines Angesichts erwandert, ist in den vergangenen Jahren oft enttäuscht worden: Nichts zu sehen, weil Bäume den Blick versperren. Das ändert sich gerade wieder. Natur und Forstwirtschaft sind im Waldumbau und für ein paar Jahre werden viele Berge wieder kahl (und trotzdem grün) sein – seit Jahrhunderten kennt der Thüringer dieses Auf und Ab. Wir müssen die Situation nicht schön reden, aber dürfen doch ein paar Chancen erkennen: Man sieht das herrliche Thüringer Gebirge mit seinen zauberhaften Orten wieder viel eindrucksvoller und läuft nicht nur stur durch dunklen Tann. Viel Wald haben viele, aber so eine Landschaft und so eine Kulturdichte gibt es nur bei uns. Werben wir damit!