Nein, der gordische Knoten ist auch nach dem Fernwärmegipfel noch nicht zerschlagen. Das Rumoren um die Wärmewende wird sich nicht legen. Dafür ist das Thema zu groß. Es betrifft eines der elementarsten Bedürfnisse der Menschen: Ein sicheres und warmes Zuhause. Aus Angst, dieses zu verlieren, sind die Vorbehalte vor der Wärmewende so groß. Immerhin zeichnet sich nun ab, dass diese weit mehr ist als das Ende von Öl- und Gasheizungen und der angebliche Zwang zur Wärmepumpe. Die Fernwärme ist gerade in Ostdeutschland eine Option. Rund 25 Prozent der Haushalte sind hier an die zentrale Wärmeversorgung angeschlossen. Im Westen sind es nur zehn Prozent. Und es ist viel einfacher, ein großes Kraftwerk auf erneuerbare Energien umzustellen als die Heizung in jedem Keller. Einen weiteren Vorteil hat die Fernwärme: Sie funktioniert auch mit althergebrachten Heizkörpern. Natürlich gibt es sofort wieder Kritik. Fernwärme sei nur ein Thema für Städter, heißt es zum Beispiel. Dabei zeigen gerade Beispiele in Südthüringen, wie auch kleine Gemeinden mit guten Ideen für ihre Bürger ein Nahwärmenetz auf die Beine stellen können. Es darf eben nicht nur bei Ankündigungen bleiben. Die Menschen brauchen verlässliche Zusagen. Seite 23